Niedersachsen & BremenKVN: Sparpläne bedrohen ärztliche Versorgung

Eine Prognose zeigt: Bis 2040 droht in Niedersachsen in deutlich mehr Regionen als heute ein Mangel an Hausärzten. Die geplante Gesundheitsreform könnte das noch verschärfen.
Hannover (dpa/lni) - Der Ärztemangel in Niedersachsen könnte einer neuen Prognose bis 2040 geringer ausfallen als befürchtet – doch die Sparpläne der Bundesregierung drohen diesen Hoffnungsschimmer zu torpedieren. Sollten die Reformen zur Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge wie geplant umgesetzt werden, werde man die ambulante Versorgung von 2027 an nicht wie bisher fortführen können, warnte KVN-Vorstandsvize Thorsten Schmidt.
Er fürchtet, dass vor allem ältere Ärzte und Psychotherapeuten ihre Praxen deutlich früher aufgeben oder in die rein private Versorgung wechseln könnten. "Anstatt unter erschwerten Bedingungen weiter tätig zu sein, ziehen sie den Ruhestand vor." Vor allem auf dem Land und in strukturschwachen Regionen verschärfe das den ohnehin schon massiven Ärztemangel weiter.
Wohl mehr Regionen mit zu wenig Hausärzten bis 2040
Legt man dagegen die noch geltenden Konditionen zugrunde, könnte der Mangel an Ärzten und Psychotherapeuten bis 2040 laut KVN geringer ausfallen als bislang gedacht. Das liegt insbesondere daran, dass die Einwohnerzahl wohl zurückgehen wird. Gleichzeitig wird die Bevölkerung jedoch auch älter, was mit einer höheren Anfälligkeit für Erkrankungen einhergeht.
Entscheidend für die Versorgung werde letztlich nicht allein die Zahl der Ärztinnen und Ärzte sein, sondern ihre Verteilung auf die Regionen, sagte Stephan L. Thomsen von der Universität Hannover, der die Prognose im Auftrag der KVN erstellte. Derzeit gibt es der Untersuchung zufolge mit Sulingen und Munster zwei unterversorgte Planungsbereiche im Bereich der Hausärzte. Im Jahr 2040 könnten es einer Modellrechnung zufolge bereits 16 sein.
Aktuell arbeiten in Niedersachsen rund 5.420 Hausärztinnen und Hausärzte. Für das Jahr 2040 geht die KVN von einem Rückgang auf rund 4.870 aus.