Nordrhein-WestfalenMesserangriff auf Sohn: Polizei sucht Videos vom Tattag

Die Ermittlungen zum Messerangriff auf eine Familie in Witten laufen. Um die schreckliche Tat besser zu verstehen, hoffen Polizei und Staatsanwaltschaft nun auf Handyvideos.
Witten (dpa/lnw) - Im Fall des mutmaßlichen Messerangriffs eines Vaters auf seine Familie in Witten, bei dem der 13-jährige Sohn tödlich sowie Frau und Tochter lebensgefährlich verletzt wurden, sucht die ermittelnde Mordkommission nach Aufnahmen vom Tattag. Besonders Personen, die kurz vor, während oder unmittelbar nach der Tat Fotos oder Videoaufnahmen gemacht haben, werden gebeten, sich zeitnah auf der Wache zu melden, teilte die Polizei mit.
Angesichts der Lage des Tatorts in Nähe der belebten Innenstadt an einem Samstagvormittag sei davon auszugehen, dass Menschen zufällig oder angesichts der vielen Einsatzkräfte Handyaufnahmen gemacht hätten. "Alles kann uns helfen, das Tatgeschehen weiter zu erhellen", sagte Polizeisprecher Marco Bischoff.
Ermittlungen zum Motiv und den Hintergründen dauern an
Am Samstag soll ein 40-jähriger Vater in einem Streit seine Frau, seine neunjährige Tochter sowie den 13 Jahre alten Sohn mit einem Messer schwer verletzt haben. Kurz danach starb der Junge. Der 40-Jährige wurde festgenommen und in Polizeigewahrsam gebracht. Am Tag danach ordnete eine Haftrichterin Untersuchungshaft wegen des Verdachts des Totschlags und zweifachen versuchten Totschlags an.
Angaben zum Motiv machten die Ermittler bislang nicht. Die Ermittlungen zu den Hintergründen und zum genauen Tatgeschehen dauern weiter an. Unter anderem werden aktuell weitere Zeugen befragt sowie Spuren ausgewertet.
Die 38-jährige Mutter und ihre neunjährige Tochter befinden sich weiterhin in intensivmedizinischer Behandlung. Ihr Zustand sei aber stabil, hieß es am Dienstag von Polizei und Staatsanwaltschaft.