Nordrhein-WestfalenMobilmachung für Klimacamp: Polizei rechnet mit Großeinsatz

Aus Protest gegen den Bau neuer Gaskraftwerke machen Aktivisten seit Wochen für ein großes Klimacamp in Hamm mobil. Die Polizei rechnet Ende Mai mit mehr als 1.000 Teilnehmern. Sie hat einen Appell.
Hamm/Dortmund (dpa/lnw) - Zwei Wochen vor dem Start eines großen Klimacamps aus Protest gegen den Neubau von Gaskraftwerken appelliert die Polizei an die Aktivisten, friedlich zu bleiben. Nach derzeitigem Stand sei bei dem Camp vom 27. bis 31. in einem Park in Hamm mit mehr als tausend Teilnehmern zu rechnen, teilt die Polizei mit.
Für den 30. Mai haben die Organisatoren eine Großdemo mit mehreren Tausend Teilnehmern angemeldet. Zu den verschiedenen Veranstaltungen rund um das Camp werde derzeit bundes- und europaweit mobil gemacht, hieß es von der Polizei. Entsprechend bereite man einen Großeinsatz vor.
Wer mischt mit beim Anti-Gas-Protest in Hamm?
Zur großen Anti-Gas-Demo aufgerufen haben unter anderem die Klimaaktivisten von Fridays for Future und Campact sowie die Umweltorganisationen Greenpeace und der BUND. Zahlreiche weitere Organisationen unterstützen den Aufruf. Auch rund um das Camp, für das die Aufbauarbeiten am 23. Mai beginnen sollen, gibt es zahlreiche Veranstaltungen - wohl nicht alle angemeldet.
So hat die Anti-Kohle-Aktivistengruppe Ende Gelände anlässlich des Camps bereits zu Aktionen zivilen Ungehorsams im gesamten Ruhrgebiet aufgerufen und angekündigt, erstmals seit den großen Protesten gegen die Räumung des Dorfes Lützerath im Rheinischen Braunkohlerevier 2023 wieder bundesweit für eine Massenaktion mobilisieren zu wollen.
Polizei sorgt sich um Störaktionen und geplante Straftaten
Die Polizei betonte in einer Mitteilung, man unterstütze alle Teilnehmer bei der Wahrnehmung ihrer Grundrechte auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit, solange dies friedlich und gewaltfrei geschehe. "Wer Straftaten begeht oder versucht, in gesicherte Bereiche einzudringen, muss mit dem konsequenten Einschreiten unserer Einsatzkräfte rechnen", sagte Einsatzleiter Stefan Schacht angesichts der großangelegten Mobilisierung.
Mögliche Störungen würden frühzeitig unterbunden. Wer friedlich demonstriere, könne sich aber auf den Schutz der Polizei verlassen.
Wieso Hamm als Klimacamp-Standort?
In Hamm befindet sich unter anderem das Gaskraftwerk der Stadtwerke-Kooperation Trianel mit bislang zwei Blöcken. Trianel will am Standort zudem einen dritten wasserstofffähigen Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerksblock errichten.
Nirgends seien derzeit mehr Gaskraftwerke geplant als im Ruhrgebiet, hieß es im Protestaufruf eines breiten Klimabündnisses. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) unterstütze die klimaschädlichen Vorhaben zudem mit Milliarden und bremse so die Energiewende aus, so die Kritik.