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Nordrhein-Westfalen NRW-Linke wählt Jules El-Khatib zum Co-Vorsitzenden

Ein Kameramann steht vor dem Logo der Linkspartei. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild

(Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild)

Die Linke in Nordrhein-Westfalen will um den Wiedereinzug in den Landtag kämpfen. Zunächst aber muss die Partei einen Teil ihrer Führung neu besetzen.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die nordrhein-westfälische Linke hat ihren bisherigen stellvertretenden Parteichef Jules El-Khatib zum Co-Vorsitzenden gewählt. Der 30 Jahre alte Soziologe erhielt am Samstag bei einem Online-Parteitag 75,5 Prozent der abgegebenen Stimmen, wie die Partei mitteilte. Er freue sich darauf, dass er mit dem Landesvorstand den Fokus nun noch stärker auf den Aufbau von Mitgliederstrukturen legen könne, sagte El-Khatib nach seiner Wahl.

Der 30-Jährige war der einzige Bewerber für die Nachfolge des derzeitigen Landesvorsitzenden Christian Leye gewesen, der in den Bundestag gewählt wurde. Die zweite Co-Landesvorsitzende Nina Eumann bleibt im Amt. Die Linke hat eine Doppelspitze.

In NRW ist die Partei momentan nicht im Landtag vertreten. Laut einer Umfrage des Westdeutschen Rundfunks (WDR) vom Oktober zufolge liegt sie derzeit bei etwa drei Prozent und würde damit den Einzug in das Parlament erneut verpassen.

Für Unruhe in der NRW-Linken hatte vor der Bundestagswahl ein Parteiausschlussverfahren gegen ihre Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht gesorgt. Die Landesschiedskommission hatte die Anträge aber abgelehnt. Die Spitzen der Bundespartei und -fraktion und die NRW-Parteispitze hatten die Ausschlussanträge kritisiert und sich hinter Wagenknecht gestellt. Wagenknecht ist Mitglied des NRW-Landesverbandes der Linken. Mit ihrem Buch "Die Selbstgerechten" war sie auch in den eigenen Reihen in die Kritik geraten.

Auf dem Parteitag stand nach Angaben eines Sprechers ursprünglich auch eine Rede von Wagenknecht auf dem Programm. Diese sei aber nach einem entsprechenden Antrag wieder von der Tagesordnung genommen worden. Die Delegierten hätten kein Interesse daran, "weiter diese personalisierten Debatten zu führen", erklärte die Co-Landesvorsitzende Nina Eumann zu den Gründen. Man wolle "geeint" in den Landtagswahlkampf ziehen.

© dpa-infocom, dpa:211203-99-247818/3

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