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Nordrhein-WestfalenNRW-Oppositionsführer fordert Ablösung Woelkis

27.06.2023, 12:57 Uhr
Jochen-Ott-Vorsitzender-der-SPD-Fraktion-spricht-im-Plenum-des-Landtags
(Foto: Rolf Vennenbernd/dpa)

Düsseldorf/Köln (dpa/lnw) - Nach einer Durchsuchungsaktion im Zusammenhang mit Meineid-Ermittlungen hat SPD-Landtagsfraktionschef Jochen Ott gefordert, den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki endlich abzulösen. "Das ist ein weiterer Akt in dieser traurigen Geschichte", sagte der Oppositionsführer im nordrhein-westfälischen Landtag am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

Die Staatsanwaltschaft Köln hatte am Dienstagmorgen bei ihren Ermittlungen gegen Woelki mehrere Räumlichkeiten unter anderem im Erzbistum durchsuchen lassen. Ziel war nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei unter anderem, Dokumente sicherzustellen, die im Zusammenhang mit Äußerungen Woelkis stehen, in denen er Vorwürfen zufolge nicht die Wahrheit gesagt haben soll. Dabei werde einem Anfangsverdacht nachgegangen, betonten die Ermittler. Es gelte die Unschuldsvermutung.

"Nichtsdestotrotz bleibt das Grundproblem, dass der Kölner Erzbischof innerhalb der katholischen Gemeinden für viel Verärgerung, Trauer, Wut, Verzweiflung sorgt, weil es keinen Neuanfang, keinen Aufbruch geben kann", stellte Ott fest. Daher müssten der Vatikan und Woelki selbst "den vielen katholischen Christen wirklich eine Erlösung bereiten" und endlich den Weg für einen Neuanfang freimachen, forderte der Kölner Landtagsabgeordnete.

Woelki war im vergangenen Jahr der Aufforderung von Papst Franziskus gefolgt, seinen Rücktritt einzureichen. Eine Entscheidung des Pontifex steht aber immer noch aus.

"Papst Franziskus muss sich im Klaren sein, was für einen Erdrutsch diese Vertrauenskrise in vielen Gemeinden gerade auslöst", betonte Ott. "Es sind insbesondere auch viele konservative Christen, die schlicht die Schnauze voll haben." Die Kollateralschäden gingen über das Kölner Erzbistum und über die katholische Konfession hinaus.

Gegen Woelki laufen strafrechtliche Ermittlungen wegen des Verdachts des Meineides und der falschen Versicherung an Eides Statt. Dabei geht es um die Frage, wann Woelki von Missbrauchsvorwürfen gegen den früheren Sternsinger-Chef Winfried Pilz gewusst hatte. Woelki hatte sämtliche Meineidsvorwürfe zurückgewiesen.

Quelle: dpa

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