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Nordrhein-WestfalenEnergiekonzern Eon will 48 Milliarden Euro investieren

25.02.2026, 15:20 Uhr
Vor-allem-der-Betrieb-von-Verteilnetzen-hat-dem-Energiekonzern-Eon-2025-wieder-satte-Gewinne-beschert

In Deutschland hängt rund 70 Prozent der Windkraftleistung an Land am Eon-Netz. Auch sonst sieht sich der Konzern als Antreiber - und Profiteur - der Energiewende.

Essen (dpa/lnw) - Deutschlands größter Energiekonzern Eon will weitere Milliarden in den Ausbau seiner Stromnetze in Europa stecken. Für den Zeitraum 2026 bis 2030 plant das Unternehmen jetzt Gesamt-Investitionen von rund 48 Milliarden Euro. Davon sollen allein 40 Milliarden Euro in das Netzgeschäft fließen, wie Eon bei der Vorlage der Jahreszahlen 2025 in Essen mitteilte. Bislang hatte der Dax-Konzern für die Jahre 2024 bis 2028 mit insgesamt 43 Milliarden Euro gerechnet, davon 35 Milliarden Euro für das Netzgeschäft.

Eon ist Deutschlands größter Strom-Verteilnetzbetreiber. Dem Unternehmen gehört rund ein Drittel dieses Netzes, das alle Spannungsebenen unterhalb des Übertragungsnetzes umfasst. Eon ist auch Deutschlands größter Versorger mit rund 11,3 Millionen Strom- und 2,3 Millionen Gaskunden. In seinem dritten Geschäftsfeld verkauft Eon etwa Wärme, Strom, Dampf oder Kälte an Kommunen, Gewerbebetriebe und Industrien.

Eon beschäftigt mehr als 78.000 Menschen

Eon ist in 15 Ländern aktiv und zählt europaweit etwa 47 Millionen Kunden. Ende 2025 beschäftigte der Energieriese knapp 78.300 Menschen, mehr als die Hälfte davon in Deutschland. Das waren rund 1.700 mehr als ein Jahr zuvor.

Netzbetreiber erhalten von den Netznutzern eine Gebühr. Weil immer nur ein Stromnetz wirtschaftlich sinnvoll ist und es deshalb jeweils nur einen Netzbetreiber gibt, überwacht eine Regulierungsbehörde die Gebühren, in Deutschland ist das die Bundesnetzagentur. Sie legt jeweils für einen bestimmten Zeitraum fest, wie viel die Betreiber von den Nutzern nehmen dürfen. Die nächste sogenannte Regulierungsperiode beginnt 2029. Eon-Chef Leonhard Birnbaum forderte in diesem Zusammenhang eine "auskömmliche Regulierung". Sie sei die Voraussetzung dafür, dass der notwendige Netzausbau auch in den nächsten Jahren in ausreichendem Tempo erfolgen könne.

Fast 50 Prozent der Solarstromkapazität hängt an Eon-Netzen

Eon nimmt über seine Leitungen nach eigenen Angaben auch einen Großteil des in Deutschland erzeugten Wind- und Sonnenstroms auf. "Rund 70 Prozent der Windkraftleistung an Land und fast 50 Prozent der Photovoltaik-Kapazitäten in Deutschland speisen mittlerweile in die Netze von Eon ein", betonte das Unternehmen.

Eon verdient unterm Strich drei Milliarden Euro

Im vergangenen Jahr erreichte Eon seine Finanzziele. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sondereffekten (bereinigtes Ebitda) lag 2025 bei 9,8 Milliarden Euro, neun Prozent über dem Vorjahr. Profitiert habe man insbesondere vom Wachstum im Netzgeschäft als Folge massiver Investitionen. Diese hatte der Konzern 2025 von 7,5 auf 8,5 Milliarden Euro gesteigert. Unterm Strich blieben 3,0 Milliarden Euro, sechs Prozent mehr als 2024. Der Umsatz ging um zwei Prozent auf 78,7 Milliarden Euro zurück. Die Dividende soll von 55 auf 57 Cent je Aktie ansteigen.

"Wir investieren massiv in unsere Netze und die Modernisierung der Energieinfrastruktur, weil genau dort die Energiewende entschieden wird", erklärte Finanzvorständin Nadia Jakobi. "Unsere guten finanziellen Ergebnisse sind die Voraussetzung für diese Investitionen."

Als Folge der steigenden Investitionen rechnet Eon mittelfristig mit einem deutlichen Gewinnplus. So soll das bereinigte Konzern-Ebitda im Jahr 2030 auf rund 13 Milliarden Euro steigen und der bereinigte Konzernüberschuss auf rund 3,8 Milliarden Euro.

Quelle: dpa

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