Nordrhein-WestfalenVRR: Großbahnhöfe oft gut - bei kleinen weiter Probleme

Viele Großbahnhöfe im VRR schneiden gut ab, doch an kleinen Stationen bleibt der Modernisierungsbedarf groß. Was im Stationsbericht 2025 dazu steht und wo besonders nachgebessert werden muss.
Gelsenkirchen (dpa/lnw) - An den Bahnhöfen an Rhein und Ruhr hat sich dank mehrerer Modernisierungsprojekte der Bahn vor allem die Barrierefreiheit und die Information der Fahrgäste verbessert. Vor allem bei kleineren Stationen gibt es aber weiter erheblichen Modernisierungsbedarf bis hin zu "nicht tolerierbaren" Stationen mit Dreck, Gestank und Graffiti. Das geht aus dem Stationsbericht 2025 des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) hervor, für den sich Profi-Tester 296 Bahnhöfe und Haltestellen im Verbundgebiet angeschaut haben.
Insgesamt wurden laut dem Bericht 151 Bahnhöfe - etwas mehr als die Hälfte - als "ausgezeichnet" oder "ordentlich"bewertet. 122 Stationen bekamen das Urteil "entwicklungsbedürftig" und 15 Stationen (gut fünf Prozent) fielen als "nicht tolerierbar" durch. Bewertet wurden unter anderem die Aufenthaltsqualität, Fahrgastinformationen und Barrierefreiheit.
Herne und Xanten top - Essen-West und Oberhausen Flop
Der Bericht benennt erstmals drei besonders positive Beispiele: Die Bahnhöfe Herne‑Wanne‑Eickel Hbf, Essen Zollverein Nord und Xanten wurden als vorbildlich für eine moderne und zeitgemäße Ausstattung hervorgehoben. Schlusslichter sind laut Bericht die Stationen Hattingen Mitte, Essen West und Oberhausen Hbf. Insbesondere Müll, Verschmutzungen, Geruchsbelästigungen und Graffiti hätten die Haltepunkte schlecht abschneiden lassen.
Insgesamt profitieren laut Bericht fast 90 Prozent der Fahrgäste von stufenfreien Zugängen zu den Bahnsteigen und höheren Bahnsteigen, die einen komfortablen Zugang in die Züge ermöglichten. 68,4 Prozent der Bahnhöfe (Vorjahr 65,9) seien inzwischen auf diese Weise ausgestattet. "In der Regel ausreichend" sei auch die Beleuchtung der Bahnhöfe, auch wenn die Tester bei etwa der Hälfte der Stationen vereinzelt ausgefallene Leuchten registrierten.
Bahn-Tochter soll nachbessern
Gut bewertet worden seien vielfach Großbahnhöfe, hieß es. Zugleich gebe es bei den kleineren und mittleren Bahnhöfen mit vergleichsweise weniger Fahrgästen aber erheblichen Aufholbedarf. "Jede Station muss einen verlässlich hohen Standard erfüllen – unabhängig davon, wie viele Fahrgäste dort täglich unterwegs sind", forderte der VRR-Vorstandssprecher Oliver Wittke. Die Bahn-Infrastrukturtochter DB InfraGO müsse vor allem da nachbessern, wo die Qualität seit Jahren nicht ausreicht.