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Nordrhein-WestfalenMehr als 3.600 Gifttiere leben noch in NRW-Haushalten

01.03.2026, 05:01 Uhr
Eine-giftige-arabische-Kobra-kriecht-durch-ihr-Terrarium-im-Terrazoo-Rheinberg-Symbolfoto

Illegale Haltung, geerbte Schlangen und ein entfristetes Gesetz: Das Gifttiergesetz sorgt in NRW weiter für besondere Fälle und Zahlen.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Fünf Jahre nach Inkrafttreten des Gifttiergesetzes leben noch immer 3.665 sehr giftige Schlangen, Spinnen und Skorpione in NRW. Das teilte das zuständige Landesamt für Verbraucherschutz und Ernährung (LAVE) mit. Im vergangenen Jahr wurden demnach sechs illegale Haltungen mit insgesamt 62 Gifttieren aufgelöst.

Hintergrund: Seit Anfang 2021 verbietet das Gifttiergesetz in NRW die Neuanschaffung und Haltung sehr gefährlicher Gifttiere in privaten Haushalten. Wer schon solche Tiere hatte, durfte sie behalten - wenn sie ordnungsgemäß angemeldet und versichert wurden.

Dadurch weiß das Land, wie viele legale Gifttiere gehalten werden. Laut LAVE leben aktuell in 162 Haushalten besagte 3.665 sehr giftige Tiere. Davon sind 3.098 Giftschlangen, 402 Giftspinnen und 165 Giftskorpione.

Land übernahm giftige Erbschaft

Kurios: Durch das Gifttiergesetz hat das Land in einem Fall vier Schlangen indirekt geerbt. Der Halter war verstorben und die Tiere waren zunächst an die Erben übergegangen. Die wollten die Tiere aber nicht haben und informierten die Behörden. Laut LAVE kam heraus, dass der Mann die Tiere illegal gehalten hatte. Das Land nahm die Schlangen auf und brachte sie in eine Auffangeinrichtung.

Mit dem Gifttiergesetz hatte die Landesregierung auf Vorfälle wie im August 2019 in Herne reagiert, als eine entwischte Monokel-Kobra für einen mehrtägigen und aufwendigen Behördeneinsatz gesorgt hatte, bei dem ein Mehrfamilienhaus evakuiert werden musste. Das Gesetz lief ursprünglich bis Ende 2025 und ist vom Landtag inzwischen entfristet worden.

Quelle: dpa

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