Nordrhein-WestfalenRentner gesteht Tötung seiner Frau: "Es war ihr Wunsch"

Im Prozess um den Tod einer 77-Jährigen in Düsseldorf räumt der Angeklagte die Tat nach 48 Ehejahren sofort ein. Doch war es Mord - oder Tötung auf Verlangen?
Düsseldorf (dpa/lnw) - Ein 79-jähriger Rentner steht in Düsseldorf wegen Mordes an seiner Frau vor Gericht. Beim Prozessauftakt am Landgericht gestand der Senior, seine schlafende Frau mit einem Schlosserhammer erschlagen zu haben. Die Tat sei aber auf Wunsch seiner Frau erfolgt und mit ihr abgesprochen gewesen. Es habe "überraschend" und "schmerzfrei" geschehen sollen, sagte er.
"Es war ihr Wunsch", beteuerte der Angeklagte. "Wir haben die letzten drei bis vier Jahre darüber gesprochen, gemeinsam aus dem Leben zu scheiden. Es sollte überraschend, es sollte schmerzfrei sein. Sie sollte nix mitbekommen", sagte der 79-Jährige vor Gericht. "Der Hammer war für mich die Lösung."
Man habe in den vergangenen Jahren wiederholt darüber gesprochen, gemeinsam aus dem Leben zu scheiden. Seine Frau habe zuletzt unter einem Lungenleiden, Herzproblemen und zunehmender Demenz gelitten. Im November habe er daher die 77-Jährige nach 48 Jahren Ehe in der gemeinsamen Wohnung im Stadtteil Urdenbach im Schlaf getötet.
Anklage sieht heimtückischen Mord
Die Staatsanwaltschaft wirft dem 79-Jährigen dagegen heimtückischen Mord vor. Der Mann habe seine arg- und wehrlose Ehefrau mit einem rund 1,5 Kilogramm schweren Hammer erschlagen. Damit sei das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt. Die gemeinsame Absprache sei eine Schutzbehauptung.
Nach der Tat habe er versucht, sich selbst mit Messerstichen zu töten und dabei lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Anschließend habe er den Notruf gewählt und die Tat schon damals eingeräumt. Vor dem Gerichtsgebäude versammelten sich zum Auftakt rund 30 Demonstrierende, um auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen.
"Ich hab' jetzt gerade meine Frau umgebracht"
Für Mord droht dem 79-Jährigen lebenslange Haft, bei Tötung auf Verlangen liegt das Strafmaß zwischen sechs Monaten bis fünf Jahre Haft. Nach der Tat hatte er der Senior kurz vor Mitternacht den Notruf gewählt und nach Nennung seines Namens und der Adresse dem Beamten gesagt: "Das Problem ist, ich hab' jetzt gerade meine Frau umgebracht, es war ihr eigener Wunsch."
Zuletzt habe seine Frau häufiger gesagt, "am besten wir wären tot". So auch am Tatabend. Da sei ihm klar gewesen, dass er handeln müsse. "Die Beiden sind gemeinsam durch dick und dünn gegangen", sagte Verteidiger Matthias Göbel. Sie seien ein Vorzeigepaar gewesen. Für den Prozess sind bis 22. Mai noch vier weitere Verhandlungstage angesetzt.