Nordrhein-WestfalenStadt führt Meldekontrollen am "Weißen Riesen" durch

Die Behörden nehmen erneut ein Problemviertel in Duisburg ins Visier. Der Einsatz dauert noch an.
Duisburg (dpa/lnw) - In einem als "Weißer Riese" bekannten Brennpunkt-Hochhaus in Duisburg laufen seit dem frühen Morgen Meldekontrollen. Das teilte eine Sprecherin der Stadt auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Städtische Ordnungsbehörden sind demnach gemeinsam mit der Polizei im Stadtteil Hochheide im Einsatz.
Bei den Kontrollen wird geprüft, wer dort wohnt - und wer womöglich nur zum Schein dort gemeldet ist, um Sozialleistungen zu beziehen. Dafür gehen die Behörden von Tür zu Tür und befragen Bewohner. Beim laufenden Einsatz stehen laut Stadt die Wohnungen im Fokus, die bei einer vorherigen Kontrolle nicht untersucht werden konnten, weil dort niemand angetroffen wurde oder sie nicht bewohnt waren. Weitere Angaben machte die Sprecherin zunächst nicht.
In der Vergangenheit gab es in dem Hochhaus bereits ähnliche Einsätze. Im Oktober 2024 führten Ordnungsamt und Polizei eine große Kontrolle durch. Dabei wurden einige Dutzend Fälle von mutmaßlichem Kindergeld-Betrug festgestellt. Anschließend wurden Zahlungen für 59 Kinder eingestellt.
Die Hochhaus-Gegend mit den "Weißen Riesen" im Westen von Duisburg war in den vergangenen Jahren in die Schlagzeilen geraten, weil sich etwa Paketboten und andere Lieferanten zeitweise nicht mehr in die Gebäude trauten. Seit den 1980er Jahren wurde kaum noch investiert, die Gebäude verwahrlosten, mehr als die Hälfte der Wohnungen stand leer. Die Stadt Duisburg will das Problemviertel sanieren und die Lebensqualität erhöhen.