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Nordrhein-WestfalenWarnstreiks im NRW-Nahverkehr am Freitag und Samstag

24.02.2026, 14:35 Uhr
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Verdi trommelt im Nahverkehr zum Warnstreik, Tausende Beschäftigte dürften folgen: Wer am Freitag und Samstag auf Bus und Bahn angewiesen ist, sollte viel Zeit einplanen.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Gewerkschaft Verdi hat für Freitag und Samstag zu Warnstreiks in Nordrhein-Westfalens Nahverkehr aufgerufen, um im Tarifkonflikt Druck auf die Arbeitgeber zu machen. Wie schon bei der eintägigen Arbeitsniederlegung Anfang Februar dürften viele Busse, Straßen- und U-Bahnen ausfallen.

Von den Arbeitsniederlegungen betroffen seien in dem Bundesland mehr als 30 kommunale Verkehrsunternehmen mit rund 30.000 Beschäftigten. Bei dem ersten Warnstreiktag am 2. Februar hatte sich der Appell an gleich viele Unternehmen und Beschäftigte gerichtet, damals machten laut Verdi bei dem Ausstand rund 12.000 Beschäftigte mit. Um S-Bahnen und Regionalzüge geht es nicht.

Nach Einschätzung von Verdi werden am Freitag und Samstag in zahlreichen kommunalen Nahverkehrsunternehmen "ganztägig von der frühesten Frühschicht bis zur spätesten Spätschicht keine Busse und Bahnen fahren".

Der größte Teil von NRW ist betroffen

Zu den kommunalen Verkehrsbetrieben, um die es in den Verhandlungen geht, gehören nahezu alle großen Städte in Nordrhein-Westfalen von Bonn, Köln, Düsseldorf und Duisburg über Oberhausen, Gelsenkirchen und Dortmund bis nach Hagen und Bielefeld. Die Aachener Verkehrsbetriebe Aseag sind eine der wenigen Ausnahmen in NRW, auf die sich die Tarifverhandlungen nicht beziehen.

Die Folgen sind massiv: In Dortmund werden an den beiden Tagen sämtliche Stadtbahn- und Buslinien ausfallen, wie das dortige kommunale Unternehmen DSW21 mitteilte. Drei Express-Linien zum Airport sind hingegen nicht betroffen. Für Tausende Fußballfans ist der Warnstreiks eine besonders schlechte Nachricht, denn am Samstagabend empfängt Borussia Dortmund den Rivalen Bayern München daheim. Zwischen dem Dortmunder Hauptbahnhof und dem Stadion Signal Iduna Park sind es gut drei Kilometer Fußweg. Es gibt auf der Strecke aber S-Bahnen.

Verdi fordert deutliche Verbesserungen für Beschäftigte

Bei der ersten Verhandlungsrunde waren die Positionen von Verdi und von den Arbeitgebern noch weit voneinander entfernt, am 2. März steht die zweite Runde an. "Wir erwarten, dass die Arbeitgeber in der zweiten Verhandlungsrunde auf unsere konkretisierten Forderungen eingehen und ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen", sagte der Gewerkschafter Heinz Rech, der die Verhandlungen für Verdi NRW führt.

Verdi fordert, die Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich um zwei Stunden auf 37 Stunden zu reduzieren. Die Ruhezeit zwischen zwei Schichten soll von zehn auf mindestens elf Stunden erhöht werden, und der Zuschlag für Sonntagsarbeit soll von 25 Prozent des Stundenentgelts auf mindestens 40 Prozent steigen. Außerdem pocht die Gewerkschaft auf deutlich mehr Investitionen in Infrastruktur und Personal.

Diese Forderungen seien die Grundlage für einen attraktiven Nahverkehr, sagt Gewerkschafter Rech. "Wenn wir die Arbeitsbedingungen nicht gemeinsam und grundlegend verbessern, wird sich der Personalmangel weiter verschärfen." Die Beschäftigten benötigten spürbare Entlastungen. Mit Blick auf den Warnstreik sagte der Verdi-Verhandlungsführer: "Die Arbeitgeber müssen deutlich merken, dass wir unsere Forderungen konsequent durchsetzen wollen."

Kritik von Arbeitgebern

Aus Sicht der Arbeitgeber sind Verdis Forderungen nicht realisierbar. Die Gewerkschaft ignoriere die schlechte Finanzlage der kommunalen Nahverkehrsunternehmen, heißt es vom Kommunalen Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen (KAV). Würde man den Forderungen nachkommen, müsste voraussichtlich an vielen Stellen verstärkt etwa über die Einstellung von Linien, über längere Takte und über die Vergabe von Beförderungsleistungen an das private Busgewerbe nachgedacht werden. "Würde man den Forderungen der Gewerkschaft nachkommen, wäre der Leistungsauftrag der Nahverkehrsunternehmen für die Bürgerinnen und Bürger im Ergebnis nachhaltig gefährdet", sagt KAV-Hauptgeschäftsführer Bernhard Langenbrinck.

Quelle: dpa

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