Regionalnachrichten

Nordrhein-Westfalen Verdi verlangt Kehrtwende zu nur noch Notbetreuung in Kitas

Kinderbekleidung und Stiefel sind in einer Kindertagesstätte zu sehen. Foto: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild

(Foto: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild)

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) hat die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen aufgefordert, den Kita-Betrieb auf eine echte Notbetreuung zu reduzieren. "Die Situation ist in vielen Kitas dramatisch", mahnte NRW-Bezirksleiterin Gabriele Schmidt am Freitag in Düsseldorf. Die Entscheidung der Landesregierung, einen Sonderweg zu gehen, löse Sorge aus. Das bestätige eine Verdi-Umfrage, an der sich knapp 8000 Erzieherinnen beteiligt hätten.

"Weit über die Hälfte der Befragten fühlt sich an ihrem Arbeitsplatz nicht mehr sicher", stellte Schmidt fest. "In den Kitas besteht eine erhöhte Ansteckungsgefahr, da die Beschäftigten im direkten Körperkontakt zu den Kindern arbeiten und Schutzmöglichkeiten fehlen." Das sei ein Dilemma. "Kontaktvermeidung ist in der Arbeit mit kleinen Kindern nicht möglich."

NRW dürfe den Bund-Länder-Beschluss zu Kita-Schließungen nicht länger ignorieren und müsse seinen "Sonderweg" verlassen. Bisher werde in NRW vor allem mit Freiwilligkeit und "Kann-Regelungen" gearbeitet, wie der Reduzierung des Betreuungsumfanges um zehn Stunden, kritisierte die Gewerkschafterin.

"Das Kita-Personal fühlt sich von der Landesregierung im Stich gelassen und seiner Mitsprache beraubt." Statt einer Betreuungsgarantie für alle müsse es Notbetreuung auf Grundlage von Arbeitgebernachweisen geben sowie gezielten Schutz von Risikogruppen.

In NRW sind weiterhin alle Kitas mit reduziertem Betreuungsumfang geöffnet. An die Eltern wurde aber appelliert, ihre Kinder, wenn möglich, zu Hause zu betreuen.

© dpa-infocom, dpa:210122-99-131344/2

Regionales