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Nordrhein-WestfalenWarnstreiks erreichen Schulen

20.01.2026, 14:02 Uhr
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Der Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst der Länder zieht immer größte Wellen. Nach mehreren Unikliniken sind auch Schulen und der Straßenverkehr in einigen Regionen betroffen. Wo ist was geplant?

Essen/Gelsenkirchen/Köln (dpa/lnw) - Schulen, Tunnel, Unikliniken: Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes sind für Mittwoch angestellte Lehrer zu Warnstreiks aufgerufen. Im morgendlichen Berufsverkehr kann die Sperrung von langen Straßentunneln für Behinderungen sorgen. Außerdem kann es mit dem Start der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten in den kommunalen Verkehrsbetrieben demnächst zu Warnstreiks im Nahverkehr kommen.

Warum sind jetzt auch Schulen betroffen?

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat angestellte Lehrer in einigen Regionen zu Warnstreiks aufgerufen. In Gelsenkirchen, Köln, Münster sowie der Region Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen sind Aktionen geplant. Dort werden Lehrer an allen Schulen zur Teilnahme aufgerufen. Beim Unterricht könne es Einschränkungen geben. Landesweit gibt es laut Gewerkschaft 40.000 tarifbeschäftigte Lehrkräfte. Die Mehrzahl der Lehrer ist verbeamtet.

Was sagt das Schulministerium?

Eltern werden gebeten, aktuelle Informationen der Schule zu beachten. Um die Auswirkungen möglichst gering zu halten, könnten die Schulen organisatorische Maßnahmen ergreifen. "Die Schulen sind bemüht, im Rahmen der vorhandenen personellen Möglichkeiten eine Aufsicht und Betreuung der Schülerinnen und Schüler sicherzustellen", heißt es. Beamtete Lehrkräfte dürften sich nicht an Streikmaßnahmen beteiligen und stünden grundsätzlich weiter zur Verfügung.

Wo kann es im Berufsverkehr eng werden?

Bei elf Tunneln im Zuge von Bundes- und Landesstraßen müssen Auto- und Lkw-Fahrer mit anhaltenden Sperrungen bis Mittwoch 16 Uhr rechnen. Solche langen Tunnel müssen aus Sicherheitsgründen überwacht werden. Verdi hat zum Warnstreik in der Tunnelleitzentrale des Landesbetriebs Straßen.NRW aufgerufen. Verdi hat auch Mitarbeiter der Autobahn GmbH zum Warnstreik aufgerufen. Für NRW führte sie keine Einschränkungen in ihrer Übersicht auf.

Lange Liste der Tunnelsperrungen

- B42 Oberdollendorf Tunnel, Königswinter, Fahrtrichtung Nord

- B42 Oberdollendorf Galerie, Königswinter, offen Fahrtrichtung Nord

- B42 Tunnel Oberkassel, Bonn, Fahrtrichtung Nord

- B61 Weserauentunnel, Porta Westfalica

- L70 Kiesbergtunnel, Wuppertal

- L107 Tunnel Velbert-Langenberg, Velbert

- L614 Emmerauentunnel, Lügde

- L697 Hestenbergtunnel, Plettenberg

- L751 Tunnel Menkhauser Berg, Oerlinghausen

- L666n Tunnel Engelbert, Gevelsberg

Weitere Warnstreiks an Unikliniken

An der Uniklinik Düsseldorf geht am Mittwoch ein dreitägiger Warnstreik weiter, der am Dienstag begonnen hat. Streikbedingt müssten in dem Zeitraum einige der geplanten Aufnahmen verschoben werden, teilte die Uniklinik mit. Auch Beschäftigte der Heinrich-Heine-Universität sowie mehrerer Teilbereiche der Landesverwaltung in Düsseldorf waren am Dienstag zu Warnstreiks aufgerufen.

Außerdem soll am Mittwoch an der Uniklinik Essen ein zweitägiger Warnstreik von Beschäftigten starten, zu dem ebenfalls Verdi aufgerufen hat. Für Donnerstag sind Warnstreiks an der Uniklinik Aachen und der RWTH geplant. Verdi geht davon aus, dass an der Uniklinik Aachen etwas mehr als der Hälfte der Operationen ausfallen und Termine verschoben werden müssen.

Um was geht es?

Verdi fordert für die mehr als 920.000 Tarifbeschäftigten der Länder sieben Prozent mehr Einkommen – mindestens aber 300 Euro mehr. Von Länderseite waren die Forderungen wegen knapper Länderhaushalte wiederholt als überzogen zurückgewiesen worden. Allerdings war von Arbeitgeberseite auch Zuversicht zu hören, dass ein Abschluss im Februar zustande kommen könnte.

Was ist mit dem Nahverkehr?

An diesem Mittwoch beginnen in Köln die Tarifverhandlungen für die 30.000 Beschäftigten in mehr als 30 kommunalen Nahverkehrsbetrieben in Nordrhein-Westfalen. Verdi NRW hatte erklärt, dass nach der ersten Verhandlungsrunde Arbeitskämpfe denkbar seien. Bei den vorigen Tarifrunden legten Warnstreiks immer wieder den kommunalen Nahverkehr gerade in großen Städten lahm.

Quelle: dpa

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