Nordrhein-WestfalenWie der Warntag auf den Ernstfall vorbereiten soll

Nicht jede Sirene funktioniert immer einwandfrei – und auf alten Handys kommt die Warnung oft nicht an. Was am Warntag getestet wird und was das für die Bevölkerung bedeutet.
Düsseldorf (dpa/lnw) - Ein schrilles Piepsen am Handy, lautes Geheule auf dem Dach der Feuerwehr: Es ist wieder bundesweiter Warntag. Für Nordrhein-Westfalen löst Innenminister Herbert Reul persönlich um Punkt 11.00 Uhr den Alarm im Lagezentrum des Innenministeriums aus.
Zweimal im Jahr ertönen zu diesem Warntag die Sirenen probeweise. Doch wie funktioniert der Warntag genau und was soll damit eigentlich erreicht werden. Antworten auf die wichtigsten Fragen:
Warum ist der Warntag so wichtig?
"Der landesweite Warntag dient in erster Linie dazu, die gesamte Warninfrastruktur in Nordrhein-Westfalen regelmäßig zu testen und die Bevölkerung mit den Warnsignalen vertraut zu machen", erklärt die Sprecherin des NRW-Innenministeriums, Nina Louwen. Im Ernstfall müssen Warnsysteme sofort und ohne Einschränkungen funktionieren. Der Warntag soll helfen, technische Probleme zu erkennen und Abläufe zwischen Behörden, Leitstellen und Medien zu überprüfen. Außerdem soll er Menschen sensibilisieren, wie mit solchen Warnungen umzugehen ist.
Wie genau funktionieren die Warnsysteme?
Die Warnmeldungen werden über einen sogenannten "Warnmix" verbreitet: Laut Innenministerium nutzen die kommunalen Leitstellen in NRW dafür das Modulare Warnsystem (MoWaS), um gleichzeitig mehrere Warnkanäle zu aktivieren und so möglichst viele Menschen zu erreichen. Warnmittel, an die das System die Warnung weiterleitet, sind unter anderem:
Sirenen
Warn-Apps wie NINA oder KATWARN
Radio und Fernsehen
digitale Stadtinformationstafeln
Lautsprecherfahrzeuge
Für welche Situationen ist dieser Alarm vorgesehen?
Warnmeldungen sollen die Bevölkerung über Ereignisse informieren, bei denen erhöhte Aufmerksamkeit oder schnelles Handeln erforderlich ist, um rechtzeitig Maßnahmen zum Selbstschutz ergreifen zu können. Beispiele sind:
extreme Unwetter und deren Auswirkungen für die Bevölkerung
große Brände oder Explosionen
Chemieunfälle oder Gefahrstofffreisetzungen
Ausfall wichtiger Infrastruktur (z. B. Trinkwasser oder Strom)
Bombenentschärfungen
Was kann an einem Warntag schiefgehen?
"Bei vorangegangenen Warntagen konnte festgestellt werden, dass etwa einzelne Sirenen nicht funktionierten und aufgrund dieser Erprobung repariert werden konnten", sagt Louwen. Bei Handynutzern mit einem älteren Gerät könne der Empfang der Warnmeldung über Cell Broadcast möglicherweise nicht funktionieren. Wer feststellt, dass die Warnung auf einem zu alten Handy nicht angekommen ist, müsse sich für eine Aktualisierung direkt an den Hersteller wenden.
Wie funktioniert das Warnen über das Handy?
Zentraler Baustein der Warnkette sind die Warnnachrichten über den Mobilfunkdienst Cell Broadcast, die viele neuere Smartphones empfangen und anzeigen. Laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz erreiche kein anderer Warnkanal mehr Menschen direkt.
Über Cell Broadcast können Warnnachrichten direkt und anonym als sogenannte Push-Nachricht an Smartphones oder Handys geschickt werden. "Der Broadcast ermöglicht es, Warnungen einfach, schnell und ortsbezogen sowie zeitgleich an eine große Anzahl von Menschen zu versenden", erklärt Louwen. Aktuell werde auch daran gearbeitet künftig auch Entwarnungen über das System zu verbreiten.