Rheinland-Pfalz & SaarlandAufräumen nach Unwetter: Amt geht von Tornado aus

Größtenteils sind Rheinland-Pfalz und das Saarland bei dem Unwetter glimpflich davongekommen. Ausnahmezustand herrschte allerdings in dem kleinen saarländischen Ort Asweiler - dort wurden Häuser abgedeckt.
Worms/Freisen (dpa/lrs) - Nach dem Unwetter in dem kleinen saarländischen Ort Asweiler in der Gemeinde Freisen haben die Aufräumarbeiten begonnen. "Seit dem frühen Morgen sind Bewohner und die Mitarbeiter von Fachfirmen am Aufräumen", sagte der Leiter des Katastrophenschutzamtes im Landkreis St. Wendel, Dirk Schäfer, am Mittwoch. Auch Versicherungsmitarbeiter seien für die Schadensaufnahmen vor Ort. Aufgeräumt werden musste auch in Westerburg im Westerwaldkreis, wo das Unwetter für umgestürzte Bäume, beschädigte Autos und einen Stromausfall gesorgt hatte. Verletzt wurde nach den bisherigen Erkenntnissen bei den Unwettern niemand.
Zu der Verwüstung in Freisen durch das Unwetter meinte der Meteorologe Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach: "Es ist nicht auszuschließen, dass es ein Tornado war." Für eine Diagnose bräuchte es jedoch Videos, Bilder oder Berichte von Augenzeugen - das Schadensbild alleine reiche nicht. Deutlich häufiger als Tornados seien Gewitterfallböen, die eine Geschwindigkeit bis zu 200 Stundenkilometer erreichen und Schäden wie in Freisen anrichten könnten. Schäfer vom Katastrophenschutzamt sagte: "Ich bin mir sicher, dass es ein Tornado war." Zeugen vor Ort hatten ihm demnach von einem Luftwirbel berichtet. Den Schilderungen zufolge soll das Unwetter zunächst über Wiesen und Waldflächen gezogen sein, ehe es auf Wohngebiete traf.
Das Unwetter am Dienstag hatte dort rund 50 Häuser beschädigt, einige darunter schwer. Die Dächer mehrerer Gebäude wurden abgedeckt, in zwei Fällen seien ganze Dächer inklusive Dachstuhl weggeflogen. Auch Bäume stürzten um und blockierten Nebenstraßen sowie Wege. Bis in die Nacht waren etwa 120 Hilfskräfte unter anderem von Feuerwehr und Deutschem Roten Kreuz vor Ort gewesen. Bewohnerinnen und Bewohner von beschädigten Häusern kamen bei Verwandten und Bekannten unter.
In Westerburg war bei dem Unwetter ein Baum in ein Haus gestürzt, wie die Polizei mitteilte. Fahrzeuge wurden durch umstürzende Bäume und herumfliegende Gegenstände beschädigt. Auch eine Stromleitung war betroffen gewesen, sodass es in Westerburg zeitweise einen Stromausfall gab. Feuerwehr, THW und Polizei waren im Dauereinsatz. Glimpflich fiel die Bilanz der Polizei in der Westpfalz aus. Dort schlugen Blitze unter anderem in Stromverteiler-Anlagen in Donsieders und Schmalenberg ein, einige Straßen mussten kurzzeitig vom Netz getrennt werden.
Auf die Nibelungen-Festspiele in Worms wirkte sich das Gewitter ebenfalls aus, die Aufführung von "Brynhild" auf der Freilichtbühne konnte nicht zu Ende gespielt werden. "Wir haben die Lage den ganzen Abend beobachtet und die Vorstellung um 23.02 Uhr, also etwa 15 Minuten vor dem Ende, wegen einer Gewitterzelle abgebrochen", sagte eine Sprecherin. "Die etwa 1250 Zuschauerinnen und Zuschauer haben das Gelände verlassen, und die Mitwirkenden sind in den benachbarten Kaiserdom."