Rheinland-Pfalz & SaarlandDudenhöffers schwieriges Programm: Heinz Becker und der Tod

Kabarett und das Thema Tod? Geht das überhaupt? Der Saarländer Gerd Dudenhöffer versucht es: Im nächsten Bühnenprogramm muss seine Figur Heinz Becker mit dem Tod seiner Hilde zurechtkommen.
Saarbrücken (dpa/lrs) - Für den Kabarettisten Gerd Dudenhöffer (69) geht es in seinem nächsten Programm um Leben und Tod. Seine Kunstfigur Heinz Becker muss von Ende September an unter dem saarländischen Titel "DOD" (tot) auf der Bühne mit dem Verlust der Ehefrau Hilde fertig werden. "Dieses Programm ist thematisch etwas schwierig", sagte Dudenhöffer der Deutschen Presse-Agentur. "Da brauche ich mehr Zeit." Nach seiner derzeitigen Tournee werde er von Ostern an eine Auftrittspause einlegen - und nur noch schreiben.
Der Saarländer Dudenhöffer steht seit 1985 als nörgeliger Rentner Heinz Becker mit Hosenträgern und "Batschkapp" auf Bühnen in Deutschland. Jedes Jahr hat er rund 100 Auftritte. Er verkörperte die Rolle auch von 1992 bis 2004 in der Fernsehserie "Familie Heinz Becker" - mit 42 Folgen. Premiere von "DOD" ist am 27. September im hessischen Bensheim.
"DOD" (Untertitel: "Das Leben ist das Ende") werde auch für das Publikum "ein bisschen fordernd", sagte er. "Es geht jetzt nicht nur um die Hilde, um die Auslegware, um den Staubsauger - es geht jetzt ans Eingemachte." Hilde Becker sterbe aber "nur inhaltlich, nicht dramaturgisch". Es sei durchaus möglich, dass sie in späteren Programmen wieder quicklebendig sei. "Bei mir sind das Phantome, die ich hin- und herschiebe wie ich sie brauche", sagte Dudenhöffer zu den Figuren Heinz und Hilde Becker. "Es geht darum, wie Heinz Becker mit dem Tod und mit dem Kollabieren seines Alltags umgeht."
Der Abend von "DOD" werde damit beginnen, dass Heinz Becker nach der Beerdigung in ein düsteres Zuhause komme - in der Hand ein paar weiße Callas, die er ins Grab zu werfen vergessen hat. "Da ist, finde ich, sehr viel Raum für Tragikomik. Aber damit muss man geschickt jonglieren", sagte Dudenhöffer. Die Tragikomik habe mit dem Unbeholfenen und Unüberlegten von Heinz Becker zu tun, der stellvertretend für Otto Normalverbraucher stehe. "Es wird ein Heinz Becker-Programm, nur mal ein bisschen anders." Er wolle aber "nicht diesen typischen Heinz-Becker-Humor verlieren".
Dudenhöffer rechnete damit, dass es in dem Programm "Passagen geben wird, wo auch mal Schweigen ist". Er sehe darin eine Herausforderung. "Es ist ja keine Aufarbeitung, es ist ein ganz normales Programm", versicherte er. "Ich weiß auch dass Leute da nicht mitgehen und sagen werden, das ist uns zu humorlos." Er habe einen "großen Respekt" vor dem Thema: "Es gibt nichts Schlimmeres als wenn das misslingt und die Leute fragen: "Was will er uns damit sagen?"
Gerd Dudenhöffer