Rheinland-Pfalz & SaarlandFDP-Spitzenkandidatin Schmitt wird zur "Zartlinerin"

Die Wirtschaftsministerin der noch in Rheinland-Pfalz regierenden Ampel möchte für Seriosität und Solidität stehen. Eine Glamour-Queen wie Lady Gaga will sie definitiv nicht sein.
Mainz (dpa/lrs) - Mit einer stark auf Spitzenkandidatin Daniela Schmitt zugeschnittenen Kampagne geht die rheinland-pfälzische FDP in den Landtagswahlkampf. Zentrales Motto der Liberalen wird "Die Kraft, die es braucht" sein, wichtige Themen werden unter anderem die Wirtschafts- und Bildungspolitik, wie Schmitt in Mainz erklärte.
Die amtierende Wirtschaftsministerin des Landes wird auf zahlreichen Wahlkampfmotiven prominent zu sehen sein. Bei einem, das jedoch nicht plakatiert werden wird, ist sie in dunklem Anorak mit Kapuze zu sehen, daneben steht "Lady nix Gaga".
Seitenhieb Richtung Koalitionspartner und CDU
Parteisprecher Matthias Domroes erklärte, wenn die Grünen das Verkehrskonzept aus der Mainzer Neustadt für praktikabel in der Eifel hielten, fänden das die Menschen gaga. Wenn die SPD-Bundesvorsitzende Bärbel Bas sich abschätzig über Unternehmer äußere, fänden das Frauen und Männer in unternehmerischer Verantwortung gaga. Und wenn die CDU die junge Generation nicht mehr an die eigene Rente glauben lasse und sie gleichzeitig zum Dienst am Land verpflichten wolle, hielten das junge Menschen für gaga. Es brauche weniger gaga in der politischen Landschaft.
Schmitt, die auf einem weiteren Motiv als "Zartlinerin" bezeichnet wird, sagte, die FDP und sie wollten für Pragmatismus und Seriosität stehen. Heutzutage werde Politik oftmals sehr emotionalisiert betrieben, auch mit "Showeffekt-Hascherei". "Ich mache ein Angebot für eine Sachlichkeit, für eine Seriosität und eine Solidität", sagte die Spitzenkandidatin. Sie wolle insbesondere Menschen ansprechen, die sich tagtäglich reinhängten, vom Unternehmer über den Handwerker bis hin zum Sporttrainer.
Schmitt gibt "solides, gutes Ergebnis" als Ziel aus
Fordern wird die FDP im Wahlkampf verpflichtende Sprachtests für Kinder im fünften Lebensjahr sowie einen Innovationsfonds des Landes mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro. Für einen solchen Fonds für Klimaschutz hatte sich der grüne Koalitionspartner ausgesprochen, allerdings noch nicht gesagt, wie viel Geld genau hineingesteckt werden soll. Das müsse von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung abhängig gemacht werden, das Volumen können von Jahr zu Jahr variieren, hieß es bei den Grünen. Sie betonten aber auch, dass in fünf Jahren insgesamt eine Milliarde Euro in die Hand genommen werden sollte.
Bei der FDP glaubt Schmitt trotz Umfragen, bei denen ihre seit 2016 im Land in einer Ampel mitregierende Partei unter fünf Prozent liegt, daran, dass diese im Landtag bleibt. Ziel sei bei der Wahl am 22. März 2026 ein "solides, gutes Ergebnis".