Regionalnachrichten

Rheinland-Pfalz & SaarlandIHK begrüßen Aufbaufonds: 1500 Azubis von Flut betroffen

11.08.2021, 15:39 Uhr

Die rheinland-pfälzischen IHK fordern eine rasche Umsetzung der von Bund und Ländern beschlossenen Wiederaufbauhilfen. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Berufsweg von 1500 Auszubildenden in zerstörten oder beschädigten Betrieben.

Mainz (dpa/lrs) - Die Industrie- und Handelskammern in den von der Flutkatastrophe betroffenen Regionen von Rheinland-Pfalz haben den von Bund und Ländern beschlossenen Wiederaufbaufonds begrüßt. "Was auf den Weg gebracht wurde, ist beachtlich", sagte Jan Glockauer, Hauptgeschäftsführer der IHK Trier, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Generell sei von Beginn an bei der Politik eine "hohe Sensibilität" für die Situation vorhanden gewesen, in denen viele Unternehmen durch die Naturkatastrophe geraten seien. Mit dem rheinland-pfälzischen Wirtschafts- und dem Innenministerium gebe es einen engen Austausch. Jetzt gehe es darum, die Beschlüsse auch schnell umzusetzen.

"Es ist eine großzügige Hilfe und es ist gut zu sehen, dass auch die Solidarität der Bundesländer greift", sagte der Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz, Arne Rössel. Er ist auch Hauptgeschäftsführer der IHK Koblenz, zu deren Bereich das bei der Flut am 14./15. Juli besonders stark verwüstete Ahrtal gehört. Von besonderem Interesse für die Wirtschaft sei der in dem Beschluss vom Dienstag noch nicht klar ausformulierte Renovierungskostenzuschuss. Unklar sei bislang auch, ob die geforderte Überbrückungshilfe Teil des Pakets sei. Er hoffe, dass dies bald geklärt werde.

Bei den betroffenen Betrieben müssten neben den direkten Zerstörungen auch die "sehr großen mittelbaren Schäden" berücksichtigt werden, beispielsweise durch zerstörte Infrastruktur und Kommunikationswege, betonte Glockauer. Die Entschädigungen sollten nach seiner Ansicht ähnlich organisiert werden wie in der Corona-Pandemie. Allerdings sei diesmal die Zahl der betroffenen Betriebe leichter zu erfassen, da es weniger seien als beim Lockdown.

Nach Angaben Rössels sind von den Folgen des Hochwassers auch rund 1000 IHK-Auszubildende im ganzen Land betroffen, deren Betriebe zerstört oder stark beschädigt wurden. Zwei Drittel der Azubis kommen aus dem Bereich Koblenz, ein Drittel aus Trier. Rechne man noch das Handwerk hinzu, komme man auf schätzungsweise insgesamt 1500 junge Menschen, deren Ausbildung unterbrochen sei.

Hintergrund ist, dass Betriebe in diesem Fall ihre Azubis an andere Unternehmen überstellen, in denen sie ihre Lehre fortsetzen können - diese Unternehmen erhalten dafür eine Vergütung. Die Industrie- und Handelskammern begrüßten, dass das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium Rheinland-Pfalz hier bereits das Corona-Förderprogramm für von der Flutkatastrophe betroffene Ausbildungsbetriebe ausgeweitet habe. "Wir hoffen, dass der Bund die entsprechende Prämie "Ausbildung sichern" aus der Zeit der Corona-Pandemie um den Hochwasserfall ergänzt. Dann wäre allen geholfen", sagte Rössel. Diese Unterstützung ist für Betriebe gedacht, die in eine Schieflage geraten sind und ihre Auszubildenden weiter behalten wollen.

© dpa-infocom, dpa:210811-99-806114/2

Regionales