Rheinland-Pfalz & SaarlandMann nach Bankraub zu sechs Jahren Haft verurteilt

Ein Mann erbeutet im Rheinhessen mehr als 100.000 Euro und wird Monate später auf Mallorca gefasst. Gut eineinhalb Jahre später fällt das Urteil.
Mainz (dpa/lrs) - Wegen eines Banküberfalls mit mehr als 100.000 Euro Beute hat das Mainzer Landgericht einen Mann zu sechs Jahren Haft verurteilt. Der mit einer Pistole bewaffnete Angeklagte überfiel nach der Feststellung des Gerichts im Juni 2024 eine Bankfiliale in Gensingen (Kreis Mainz-Bingen) und erbeutete rund 104.000 Euro. Das Urteil wegen schweren Raubes ist noch nicht rechtskräftig und Revision beim Bundesgerichtshof möglich.
Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre Haft gefordert. Die Verteidigerin verlangte dagegen Freispruch und hielt im Falle einer Verurteilung maximal drei Jahre Haft für angemessen.
Der 50-Jährige war nach dem Banküberfall mit internationalem Haftbefehl gesucht, im April 2025 auf Mallorca festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert worden. Seither sitzt der Metallfachmann und Berufskraftfahrer in Untersuchungshaft.
Bankräuber bedrohte zwei Menschen mit Pistole
Der Täter soll am Tag des Überfalls im Vorraum der Bankfiliale mehr als 40 Minuten gewartet haben, bis eine Angestellte eintraf und die Tür zum Kassenraum öffnete. Der Räuber bedrohte die Frau und den Filialleiter mit der Pistole und zwang sie laut Feststellung des Gerichts, den Tresorraum zu öffnen. Aus dem Safe soll er die rund 104.000 Euro in Scheinen in eine mitgebrachte Tüte gesteckt haben und geflüchtet sein.
Der Mann schwieg während des Prozesses zu den Vorwürfen. Eine Videokamera hatte ihn aber während der Tat aufgezeichnet. Auf einer Broschüre der Bank war zudem seine DNA-Spur gefunden worden. Die Aussagen der Bankangestellten wiesen auch auf den Angeklagten als Täter hin.
Verteidigerin hält Beweise nicht für eindeutig
Nach Ansicht der Verteidigerin sind die Beweise nicht eindeutig. Die DNA-Spur, die außerhalb des Tresorraums gefunden worden sei, belege die Tat nicht. Bei der Durchsuchung des Hauses des Angeklagten auf Mallorca seien zudem weder die Waffe noch Geld gefunden worden. Nach Ansicht der Richter ist der Mann dagegen zweifelsfrei überführt.