Rheinland-Pfalz & SaarlandNach Hanauer Attentat: Dreyer kritisiert AfD scharf

Mainz (dpa/lrs) - Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat eine Woche nach dem mutmaßlich rassistischen Anschlag im hessischen Hanau den Opfern noch einmal ihre Anteilnahme ausgedrückt und die AfD scharf kritisiert. "Das schreckliche Attentat von Hanau geht mir gar nicht mehr aus dem Kopf", sagte Dreyer am Mittwoch in Mainz. "Menschen mit Migrationshintergrund, mit muslimischem, jüdischem und christlichem Glauben - sie gehören alle zu unserer Gesellschaft. Wir stehen zusammen auf einer Seite", sagte Dreyer am Mittwoch in Mainz. "Unser Land wäre furchtbar arm, wenn wir nicht diese große Gemeinschaft hätten."
"Die AfD ist dafür verantwortlich, dass wir diese schreckliche Sprache von Hass und Hetze haben", sagte die Ministerpräsidentin weiter. "So viele Stellungnahmen sind immer voller Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzung und Schwarz-Weiß-Denken." Und: "Es bleibt die Wahrheit, dass irgendwann Taten der Sprache folgen."
"Jetzt ist viel erkennbarer, dass sich die AfD von einer ehemaligen europakritischen Partei zu einer Partei mit einem starken rechtsextremen Flügel gewandelt hat", sagte Dreyer. "Und die Partei macht keine Anstrengungen, diesen Flügel los zu werden. Deshalb kann niemand in der AfD sagen, dass er mit diesem Flügel nicht zu tun hat."