Rheinland-Pfalz & SaarlandSaar-Ministerpräsidentin ruft zu Zuversicht auf

Von Start-ups bis Krankenhausreform: Zahlreiche Investitionen werden das Saarland stärken, sagt die Regierungs-Chefin zum Start ins neue Jahr.
Saarbrücken (dpa/lrs) - Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) hat appelliert, trotz der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Lage wieder mit Optimismus nach vorne zu schauen. "Wir brauchen eine neue Zuversicht für unser Land. Nicht als ein Gesundbeten, sondern als begründete Hoffnung", sagte sie beim Neujahresempfang vor 1.700 Gästen aus Wirtschaft, Politik, Kirchen, Kultur, Sport und Gesellschaft in der Saarlandhalle.
Wegen der Krisen in der Industrie, die das Saarland härter als andere Länder beträfen, sei das Bundesland zwar aktuell Schlusslicht bei der wirtschaftlichen Entwicklung. Doch Neuansiedlungen wie die des Pharmaunternehmens Vetter, der Patria-Panzer-Auftrag für KNDS, gute Entwicklungen im Mittelstand und viele Investitionen in die Ideen der Zukunft zeigten: "Unser Land ist stärker als viele glauben! Wir sind stärker als wir manchmal selbst glauben!"
Positive Entwicklung bi Forschung, Start-ups und Tourismus
Beispielhaft nannte Rehlinger das CISPA-Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit und seinen Neubau für 350 Millionen Euro sowie das neue Zentrum für Quantentechnologien an der Uni, das Forschungsprojekt zur Kreislaufwirtschaft in der Automobil- und Stahlindustrie oder den neuen Zentralbau des Uni-Klinikums.
"All das ist eine Saat, die aufgehen wird und die begründete Hoffnung für die Zukunft unseres Bundeslandes macht", so die Ministerpräsidentin. Zudem habe die Start-up-Szene 2025 an Dynamik gewonnen und es habe fast doppelt so viele Neugründungen gegeben als im Jahr zuvor.
Positiv sei zudem die Entwicklung im Tourismus, der Arbeitsplätze, Einkommen und Wertschöpfung schaffe und entgegen dem Bundestrend gewachsen sei. So habe das Übernachtungs-Plus gegenüber dem Vorjahr von Januar bis Oktober 2025 bei 4,1 Prozent gelegen.
"Ein Jahr der Investitionen"
2026 werde auch "ein Jahr der Investitionen", so Rehlinger mit Blick auf die 1,2 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur des Bundes - etwa für Schwimmbad-, Straßen- und Brückensanierungen und Kita-Plätze. Auch abseits dieser Mittel stünden massive Investitionen an. "Sobald die Krankenhausreform des Bundes abgeschlossen ist, werden wir den Krankenhausplan für das Saarland vorlegen", kündigte die Ministerpräsidentin an. Das sei verbunden mit Investitionen, "wie sie keine Landesregierung je zuvor in dieser Höhe getätigt hat."
Zur Debatte über Reformen des Sozialstaates sagte Rehlinger, für sie gehöre dazu, Missbrauch klar zu unterbinden, aber auch, niemanden zu überlasten. "Lassen wir nicht zu, dass diese wichtigen Debatten über die soziale Sicherheit unsere Gesellschaft weiter spalten."
Besondere Einladung für Polizisten und Gerichtsvollzieher
Wie in den Jahren zuvor stand der Neujahrsempfang unter dem Motto "Das Saarland sagt Danke" und war vor allem den vielen ehrenamtlich Engagierten im Saarland gewidmet. Zusätzlich wurden Menschen eingeladen, die sich für die Demokratie engagieren. Nach dem gewaltvollen Tod eines Polizisten und eines Gerichtsvollziehers im vergangenen Jahr waren es diesmal die Kolleginnen und Kollegen der Dienstgruppe des getöteten Oberkommissars und alle saarländischen Gerichtsvollzieher.