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Rheinland-Pfalz & Saarland Saarland bleibt bis Mitte Februar im Lockdown

Tobias Hans (CDU), Ministerpräsident des Saarlandes, gestikuliert.). Foto: Oliver Dietze/dpa

(Foto: Oliver Dietze/dpa)

Die Sorge vor der Ausbreitung von hochansteckenden Corona-Varianten ist groß. Daher müssen sich die Saarländer noch länger auf strenge Regeln einstellen. Auch wenn die Zahl der Neuinfektionen sinkt.

Saarbrücken (dpa/lrs) - Der Lockdown im Saarland geht erneut in die Verlängerung. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie werden bis zum 14. Februar ausgedehnt und bei der Maskenpflicht nachgeschärft, wie der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) nach Beratungen mit seinen Amtskollegen und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag ankündigte.

Es seien schwere Entscheidungen gewesen: Wenn man sich die aktuellen Zahlen bei den Neuinfektionen anschaue, sehe man, dass der Lockdown bereits wirke. Große Sorge habe man nun aber wegen der neuen Virus-Variante B.1.1.7, die viel ansteckender sei. Daher "sagen wir: Wir gehen vorsorglich, wir gehen präventiv vor. Wir halten an den Maßnahmen fest und verschärfen sie sogar."

So wird es in Bussen und Bahnen sowie in Geschäften ab sofort eine verschärfte Maskenpflicht geben. Zulässig sind dann nur noch stärker schützende Masken wie OP- oder FFP2-Masken, aber keine selbstgenähten Stoffmasken oder Tücher mehr. Eine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken nach FFP2-Standard gibt es aber nicht. Die medizinischen Masken seien nun notwendig aufgrund der gefährlichen Variante des Virus, sagte Hans.

Zudem wird der Druck auf Arbeitgeber erhöht, mehr Homeoffice zu ermöglichen. "Wir haben festgestellt, dass sich die Menschen noch zu viel bewegen", sagte der Regierungschef. Demnach müssten Arbeitgeber mehr Beschäftigte im Homeoffice zulassen, sofern die Tätigkeiten es erlaubten. Die steuerliche Abschreibung von Hardware und Software, die dazu nötig sei, werde erleichtert.

Hans kündigte an, die Schulen blieben grundsätzlich ebenfalls bis zum 14. Februar für Präsenzunterricht geschlossen. "Es bleibt aber dabei, dass wir alles daran setzen werden, so schnell es irgendwie geht, Schülern auch noch einmal Bildungsmöglichkeiten in Präsenzform zur Verfügung zu stellen", sagte Hans.

"Wir waren im Frühjahr erfolgreich mit unseren Maßnahmen, weil die Menschen sich daran gehalten haben. Wir sehen, dass das schwieriger wird mit der Motivation." Aber nur so könne man aus dem Lockdown kommen. "Wir wollen vermeiden, dass es zu Rückschlägen kommt."

Hans sagte, er wisse, dass dies nun "eine harte Maßnahme" sei. "Auch wenn ich mir hier und da etwas mehr hätte vorstellen können, bin ich zufrieden mit dem gefundenen Kompromiss. Denn es ist auch klar: Es bringt jetzt nichts, als Bundesland Alleingänge zu machen."

Das öffentliche Leben ist seit Mitte Dezember drastisch heruntergefahren: Der Einzelhandel mit Ausnahme von Geschäften des täglichen Bedarfs ist weiterhin dicht - ebenso wie die Gastronomie sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Treffen sind nur noch im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes und mit maximal einer weiteren Person erlaubt. "Wir appellieren an die Bevölkerung, dass man die Treffen auch nur mit einer Person macht", sagte Hans.

Die Zahl der Neuinfektionen im Saarland war jüngst gesunken. Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner, lag am Dienstag landesweit bei 110 - nach 153 am 12. Januar. Bislang gab es 657 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus.

Die Lockdown-Maßnahmen waren ursprünglich bis zum 10. Januar beschlossen worden. Am 5. Januar fiel dann die Entscheidung, die Maßnahmen bis zum 31. Januar zu verlängern - nun werden sie noch zwei Wochen länger gelten.

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