Rheinland-Pfalz & SaarlandSchweitzer: Bundeswehrdienst muss freie Entscheidung sein

Ministerpräsident Schweitzer spricht zu Hause offen mit seinen Söhnen über die Musterung und Bundeswehr. Was ihm dabei besonders wichtig ist.
Koblenz (dpa/lrs) - Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer hat sich für eine starke Bundeswehr ausgesprochen, zugleich aber betont, dass der Dienst freiwillig sein müsse. "Ich bin Landesvater und ich bin Vater. Und natürlich beschäftigt es uns in der Familie, wenn zwei Söhne demnächst auch ein Schreiben bekommen, das sie zur Musterung auffordert", sagte der SPD-Politiker beim Jahresempfang des Deutschen Bundeswehrverbands West in Koblenz.
Die ersten 18-Jährigen in Rheinland-Pfalz bekommen bereits Post von der Bundeswehr: Sie werden darin aufgefordert, online einen Fragebogen zu beantworten, in dem die generelle Bereitschaft zum Wehrdienst abgefragt wird. Männer müssen den Fragebogen ausfüllen, für Frauen ist das freiwillig - so sieht es das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz vor.
Wie Schweitzer weiter sagte, werde in seiner Familie darüber offen diskutiert. Seiner Ansicht nach sei es eine "tolle Aufgabe bei der Bundeswehr, seinen Dienst zu tun". Doch er vertrete auch den Standpunkt, dass es die "freie Entscheidung eines jeden jungen Menschen" sein müsse.
Ersatzdienst als Alternative
"Darum sage ich ganz offen auch in Anwesenheit von Bundeswehrangehörigen: Einen Ersatzdienst zu leisten, eine Aufgabe nach der Schule, nach der Ausbildung zu leisten, die der Allgemeinheit zugutekommt – das ist auch eine schöne Sache und dafür setze ich mich immer ein", ergänzte der Ministerpräsident.
Schweitzer betonte, wie wichtig eine starke Bundeswehr ist. "Wir haben natürlich riesige Herausforderungen, was die Sicherheit angeht, auch was die Verteidigung unserer Demokratie und unserer Werte angeht in Deutschland, Europa und der Welt." Dafür brauche es gute Ausstattung und das notwendige Personal.
Der Deutsche Bundeswehrverband wurde vor knapp 70 Jahren gegründet und hat bundesweit rund 207.000 Mitglieder. Im Landesverband West sind die Länder Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit rund 60.000 Mitgliedern vertreten.