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Rheinland-Pfalz & SaarlandSo viele Fälle von Jagdwilderei werden erfasst

25.03.2026, 04:32 Uhr
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(Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dp)

Wer ohne Erlaubnis Rehe oder andere Wildtiere erlegt, der macht sich der Jagdwilderei schuldig. Die Behörden in Rheinland-Pfalz glauben, dass es bei diesem Delikt eine erhebliche Dunkelziffer gibt.

Mainz (dpa/lrs) - In Rheinland-Pfalz werden jedes Jahr mehrere Dutzend Fälle von Wilderei erfasst. 2024 habe es deswegen 112 Ermittlungsverfahren gegeben - nach 130 im Vorjahr, teilte das rheinland-pfälzische Innenministerium auf eine parlamentarische Anfrage des Landtagsabgeordneten Ralf Schönborn (AfD) mit. 2022 seien es 143 Fälle gewesen.

Für das Jahr 2025 gebe es bisher nur Zahlen für das erste Halbjahr: Da standen demnach 50 Fälle von Jagdwilderei in der Statistik. Die höchsten Fallzahlen finden sich in diesem Zeitraum im Kreis Mayen-Koblenz und im Kreis Germersheim, gefolgt vom Westerwaldkreis und dem Kreis Trier-Saarburg.

22 Tatverdächtige seien ermittelt worden. 2025 wurde eine Person zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen rechtskräftig verurteilt. In den Jahren davor wurden jeweils zwischen 25 und 32 mutmaßliche Täter ermittelt.

Die Behörden gehen aber von einer erheblichen Dunkelziffer aus: Die Delikte passierten meist nachts an abgelegenen Orten und es gebe selten Zeugen.

Kriminelle haben es oft auf Verkauf des Fleisches abgesehen

Jagdwilderei bezeichnet die illegale Jagd auf Wildtiere. Am häufigsten sind Rehe von Jagdwilderei betroffen, da sie flächendeckend vorkommen. Aber auch Wildschweine, Hasen und andere Schalenwildarten werden illegal gejagt.

Die Motive der Wilderer sind unterschiedlich: Viele wollen das Wildbret verkaufen oder selbst verzehren. Ein Reh kann bei guter Verarbeitung zwischen 100 und 200 Euro einbringen. Andere Täter sind auf Trophäenjagd aus oder werden von reiner Jagdlust getrieben.

Quelle: dpa

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