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Rheinland-Pfalz & SaarlandSozialminister Jung: Frühe Kindheit muss in den Fokus

23.01.2026, 04:26 Uhr
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Warum der Sozialminister mehr Unterstützung für Familien in den ersten Lebensjahren fordert – und was er beim Sozialstaatskongress anstoßen will.

Saarbrücken (dpa/lrs) - Kinder- und Jugendhilfe sollte aus Sicht des saarländischen Sozialministers Magnus Jung (SPD) viel mehr als bisher die frühe Kindheit in den Blick nehmen. "Wir sind da viel zu defensiv als Staat. Wir sind viel zu sehr ein Reparaturbetrieb, anstatt die Familien vorher stärker zu unterstützen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Wissenschaftliche Untersuchungen belegten, dass die Ursachen für zum Beispiel Bildungserfolg, gesundheitliche Risiken bis hin zum Risiko der psychischen Erkrankung oder auch von Straffälligkeit schon in den ersten drei bis fünf Lebensjahren gelegt sei.

"Das heißt: Lange bevor die Kinder in der Schule ankommen, ist sozusagen schon mal ganz vieles in die richtige oder in die falsche Richtung entschieden", so der SPD-Politiker. Doch die Chance, hier schon Einfluss zu nehmen, werde zu wenig genutzt. Es brauche einen "massiven Ausbau der Unterstützungs-Instrumente in diesem Bereich".

Kongress mit 300 bundesweiten Vertretern

Auch diese Forderung will der Minister als Impuls bei einem Sozialstaatskongress mit Diskussionen und Fachforen in Saarbrücken einbringen. Mehr als 300 Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Sozialwirtschaft und Kultur kommen dazu am 29. und 30. Januar in Saarbrücken zusammen.

Jung will eine neue Diskussion über Gerechtigkeit: "Wir müssen die Kritik am Sozialstaat ernst nehmen. Aus Sicht vieler Bürger hält er nicht das ein, was er verspricht." Viele empfänden es als ungerecht, dass sie ihr Leben lang gearbeitet und eingezahlt hätten, aber nun eine Rente bekämen, die nicht deutlich über der Grundsicherung liege. Oder dass sie trotz hoher Krankenkassenbeiträge keinen Termin beim Facharzt bekämen und als gesetzlich Versicherte anders als Privatversicherte behandelt würden.

Gemeinsame Erklärung aus drei Ländern

Neben einer neuen Finanzierungsform sozialstaatlicher Angebote fordert Jung auch neue digitale Verfahren und Entbürokratisierung. "Es muss den Bürgern leichter gemacht werden, an ihre Leistungen heranzukommen."

Ergebnisse des Kongresses und eine gemeinsame Erklärung mit den Sozialministerinnen aus Rheinland-Pfalz und Hessen sollen an die Bundesregierung übermittelt werden.

Quelle: dpa

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