Rheinland-Pfalz & SaarlandTarifverhandlungen für Einzel- und Versandhandel gestartet

Gleich zu Beginn der Tarifverhandlungen für eine der wichtigsten Branchen in Rheinland-Pfalz legen Arbeitgeber und Gewerkschaft konkrete Zahlen auf den Tisch. Eine Einigung ist aber nicht in Sicht.
Mainz (dpa/lrs) - Nach der ersten Runde der Tarifverhandlungen für den Einzel- und Versandhandel in Rheinland-Pfalz wollen sich die Gewerkschaft Verdi und der Handelsverband am 30. Mai zu weiteren Gesprächen treffen. Zum Auftakt der Verhandlungen am Mittwoch in Mainz hatten Arbeitgeber und Gewerkschaft ihre Angebote für die 150.000 Beschäftigten vorgelegt.
Verdi fordert 2,50 Euro mehr je Arbeitsstunde, eine Laufzeit der Tarifverträge von zwölf Monaten sowie das Einsetzen der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge des Einzel- und Versandhandels. Die Auszubildendenvergütung sollte zudem um 250 Euro steigen. Die Beschäftigten benötigten aufgrund der starken Preissteigerungen dringend mehr Geld, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Monika Di Silvestre. Der Branche gehe es mit einem Umsatzplus von über zehn Prozent im vergangenen Jahr gut.
Der Handelsverband legte ein zweistufiges Angebot über zwei Jahre vor. Demnach soll es im ersten Jahr eine Erhöhung der Tarife um drei Prozent und im zweiten Jahr um weitere zwei Prozent geben. Dazu schlagen die Arbeitgeber nach eigenen Angaben eine steuer- und abgabenfreie Inflationsausgleichsprämie von 750 Euro im ersten und weitere 250 Euro im zweiten Jahr vor. Das Angebot weise mit einer Kombination aus Grundlohnerhöhung und Inflationsausgleichsprämie ein Gesamtvolumen aus, das höher sei als jeder einzelne Tarifabschluss der vergangenen Dekade, sagte Verbands-Hauptgeschäftsführer Thomas Scherer. Die Forderung von Verdi sei überzogen.
Der Handelsverband ist die Spitzenorganisation des Einzelhandels im Land für rund 12.000 Unternehmen mit insgesamt 150.000 Beschäftigten und jährlich 29 Milliarden Euro Umsatz. Der Handel gilt als der größte Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz.