Rheinland-Pfalz & SaarlandTrotz Sieg gegen Fürth: Gemischte Gefühle in Kaiserslautern

Der 1. FC Kaiserslautern rettet einen knappen Sieg gegen das Liga-Schlusslicht über die Zeit. Semih Sahins sehenswerter Siegtreffer und viele Unzulänglichkeiten prägen eine biedere Partie.
Kaiserslautern (dpa/lrs) - Die Erleichterung über den 1:0-Arbeitssieg des 1. FC Kaiserslautern gegen Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth war bei Torsten Lieberknecht groß. "Die Jungs haben es mental super gemacht, auch wenn man gesehen hat, dass Angst manchmal die Seelen auffrisst", sagte der FCK-Trainer mit Blick auf die jüngsten Tiefschläge.
Nach den beiden Niederlagen gegen Elversberg und in Darmstadt sind die Pfälzer in die Erfolgsspur zurückgekehrt - allerdings mit wackligen Beinen. In einem Duell auf niedrigem fußballerischem Niveau hatten die Pfälzer am Ende das Quäntchen Glück auf ihrer Seite.
"Wir haben es uns dadurch schwer gemacht, dass wir nicht das 2:0 und das 3:0 gemacht haben. So mussten wir das 1:0 über die Zeit retten. Das haben wir geschafft, weil sich alle Jungs auf dem Platz voll verausgabt haben", befand Lieberknecht. Am Ende reichte der frühe Treffer von Semih Sahin nach bereits zehn Minuten.
Sehenswerter Siegtreffer
"Wir haben gezeigt, dass wir leiden und den Schweinehund überwinden können. Es ist nicht selbstverständlich, gegen den Tabellenletzten zu gewinnen, auch wenn das natürlich die Erwartungshaltung ist", sagte der Schütze des goldenen Tores.
Sahins Kopfball-Bogenlampe aus rund 15 Metern gehörte zu den wenigen Highlights der Partie. "An einem guten Tag geht der Ball rein, an einem normalen Tag fliegt er wahrscheinlich über das Tor oder der Torwart hält ihn. Ich wollte den Ball einfach aufs Tor bringen. Wenn ich sagen würde, dass ich den so geplant habe, würde ich lügen", berichtete Sahin schmunzelnd.
Die vielen FCK-Fans unter den rund 41.000 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion reagierten auf die schwache Darbietung ihrer Mannschaft mit einer Mischung aus vereinzelten Pfiffen und nur verhaltenem Applaus. Als die Spieler sich auf den Weg in die Westkurve machten, war diese schon zum Großteil leer.
"Ich bin ehrlich: Ich weiß auch nicht, ob ich heute ins Stadion gekommen wäre, wenn ich Fan wäre. Bei dem Wetter, außerdem war Valentinstag und Karneval. Wir freuen uns, dass wir gewonnen haben, aber wir wissen auch, dass wir alle besser spielen können", äußerte Kapitän Marlon Ritter Verständnis für die Reaktion der Anhänger.
Gyamfi und Berisha fallen verletzt aus
Diese werden ihrem Team aber auch am kommenden Wochenende die Daumen drücken. Dann spielt Kaiserslautern erneut gegen einen Abstiegskandidaten. Bei Preußen Münster wird Lieberknecht allerdings auf Maxwell Gyamfi verzichten müssen, der sich vor dem Spiel gegen Fürth mit einem Muskelfaserriss abmeldete. Die gleiche Verletzung plagt Stürmer Mergim Berisha. Auch er wird, wie Lieberknecht vermutete, etwas länger ausfallen.