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Sachsen-AnhaltAsiatischer Marienkäfer breitet sich in Sachsen-Anhalt aus

02.05.2026, 04:06 Uhr
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Er frisst Hunderte Blattläuse am Tag und ist extrem anpassungsfähig: Der Asiatische Marienkäfer ist in Sachsen-Anhalt längst etabliert. Welche Folgen das hat und woran man ihn erkennt.

Halle (dpa/sa) - Mit den wärmeren Tagen sind in Sachsen-Anhalt wieder vermehrt Marienkäfer zu beobachten – darunter auch der Asiatische Marienkäfer. Die ursprünglich aus Asien stammende Art ist nach Angaben des Landesamts für Umweltschutz inzwischen "bundesweit flächendeckend verbreitet, so auch in Sachsen-Anhalt". Erstnachweise im Land gab es demnach bereits 2004 im nördlichen Harzvorland.

Schnelle Besiedelung des Landes

Eine weitere Ausbreitung findet laut Behörde nicht mehr statt. "Auf jeden Fall hat die Besiedelung Sachsen-Anhalts innerhalb weniger Jahre stattgefunden", hieß es. Der Asiatische Marienkäfer gilt als besonders anpassungsfähig und konkurrenzstark.

Die Ausbreitung sei ein klassisches Beispiel für eine erfolgreiche biologische Invasion, erklärte das Landesamt. In den 1980er Jahren sei die Art gezielt zur Schädlingsbekämpfung eingeführt worden. Nach dem Entweichen ins Freiland habe sich der Käfer rasch verbreitet. Gründe seien unter anderem ein breites Nahrungsspektrum, eine hohe Reproduktionsrate sowie die Fähigkeit, auch Eier und Larven anderer Marienkäfer zu fressen. Nach Angaben des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) kann ein einzelner Käfer täglich bis zu 250 Blattläuse vertilgen.

Folgen für heimische Arten noch unklar

Die ökologischen Folgen sind laut Landesamt noch nicht abschließend geklärt. Der Käfer werde "aufgrund seiner Konkurrenzstärke gegenüber heimischen Marienkäfern als Bedrohung angesehen". Beobachtungen deuteten jedoch darauf hin, dass etwa der Siebenpunkt-Marienkäfer und die asiatische Art "besser als befürchtet" koexistieren könnten.

Der auch "Harlekin-Marienkäfer" genannte Käfer ist sehr variabel gefärbt – von orange ohne Punkte bis schwarz mit roten Flecken. Typisch ist eine helle Zeichnung auf dem Halsschild in Form eines "M" oder "W".

Auffällig vor allem im Herbst

Für Bürgerinnen und Bürger macht sich der Käfer vor allem im Herbst bemerkbar, wenn sich teils große Ansammlungen an Hauswänden bilden. "In extrem seltenen Fällen kann das abgegebene Wehrsekret allergische Reaktionen hervorrufen", teilte das Landesamt mit. Gleichzeitig können die Tiere im Garten nützlich sein, da sie Schädlinge wie Blattläuse reduzieren – für viele Gärtnerinnen und Gärtner ein echter Helfer.

Quelle: dpa

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