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Sachsen-AnhaltDLRG wächst, stößt aber an Kapazitätsgrenzen

17.02.2026, 05:33 Uhr
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(Foto: Sebastian Gollnow/dpa)

Als Wasserrettungsorganisation will die DLRG möglichst viele Menschen vor dem Ertrinken bewahren. Dafür bringt sie ihnen das Schwimmen bei und bildet Rettungsschwimmer aus. Sie stößt aber an Grenzen.

Halle (dpa/sa) - Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) verzeichnet steigende Mitgliedszahlen – stößt in Sachsen-Anhalt aber an ihre Grenzen. In dem Bundesland wurde ein Plus um 1,17 Prozent auf 4.741 Mitglieder verzeichnet, wie der Verband mitteilte. In allen anderen Landesverbänden stiegen die Mitgliederzahlen ebenfalls: in Hamburg fiel der Zuwachs den Angaben zufolge mit 8,7 Prozent am höchsten aus, in Berlin war es ein Plus von 4,5 Prozent und in Brandenburg 5,5 Prozent.

Bundesweit hat die DLRG eigenen Angaben zufolge einen neuen Mitgliederrekord erreicht mit 642.082 Mitgliedschaften zum 31. Dezember 2025 und damit 2,38 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor.

Hohe Nachfrage nach Schwimmangeboten, aber keine freien Plätze

Holger Friedrich vom DLRG-Landesverband Sachsen-Anhalt erklärte: "Der Zuwachs bei den Mitgliedszahlen ist vor allem dadurch zu erklären, dass wir eine hohe Nachfrage nach Schwimmangeboten für Kinder und Jugendliche haben." Allerdings stießen die Vereine an ihre Grenzen. "Oftmals haben wir keine freien Plätze in Schwimmkursen. Die Ursache sind fehlende Wasserzeiten, weil die Schwimmbäder ausgelastet sind oder es nicht genügend Nutzungszeiten beziehungsweise überhaupt Schwimmbäder gibt."

Das betreffe auch die Rettungsschwimmerausbildung. "Ein Zuwachs an Schwimm- und Rettungsschwimmerausbildung ist somit kaum zu verzeichnen", so Friedrich. "Die genannten Engpässe sind deshalb weiterhin vorhanden."

Kommt mehr Geld vom Bund?

DLRG-Präsidentin Ute Vogt sagte: "Unsere Ortsgruppen wären oft in der Lage, sich noch stärker für das Schwimmenlernen einzubringen. Die marode Bäderlandschaft hängt wie ein Damoklesschwert über der Schwimmausbildung – und auch der Rettungsschwimmausbildung."

Gemeinsam seien derzeit der DLRG, der Deutsche Schwimm-Verband und das Bundeskanzleramt im Austausch, um die Initiative "Deutschland lernt Schwimmen" auf den Weg zu bringen. Ziel sei, die Schwimmausbildung bundesweit zu stärken. Dem Modellvorhaben sollten bis 2029 insgesamt 20 Millionen Euro zufließen. Zudem stelle der Bund dieses Jahr 250 Millionen Euro für die Sanierung von Schwimmbädern bereit.

Quelle: dpa

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