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Sachsen-AnhaltInnenministerin mahnt Kampf gegen Automatensprenger an

11.10.2023, 11:42 Uhr
Sachsen-Anhalts-Innenministerin-Tamara-Zieschang-spricht-in-Aschersleben
(Foto: Matthias Bein/dpa/Archivbild)

Magdeburg (dpa/sa) - Um Geldautomatensprengern das Handwerk zu legen, müssen Polizei und Banken aus Sicht von Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang sehr eng zusammenarbeiten. "Wir stellen fest, dass die Täter hoch spezialisiert, sehr konspirativ und auch skrupellos vorgehen", sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch anlässlich einer vom Landeskriminalamt organisierten Fachtagung.

"Getrieben von der Aussicht, mit verhältnismäßig wenig Aufwand an sehr viel Geld zu kommen", seien die teils hochprofessionellen Täter länderübergreifend unterwegs. In den Niederlanden etwa sei es durch ein ausgefeiltes Präventionskonzept gelungen, die Zahl der Sprengungen deutlich zu senken.

Laut Innenministerium gab es in diesem Jahr bis zum 29. September neun Sprengungen, davon fünf Versuche. Damit ist bereits die Zahl des kompletten Vorjahres 2022 erreicht. 2021 habe es 13 Fälle gegeben, im Jahr 2020 insgesamt 16. Die Gesamtschadenssumme bei Geldautomatensprengungen für den Zeitraum 2020 bis 2022 bewegte sich in Sachsen-Anhalt im niedrigen Millionenbereich.

"Die Polizei steht der Kreditwirtschaft als Partner zur Seite, wenn es um gemeinsame Gefährdungs- und Risikoanalysen geht", betonte die Innenministerin. "Die Polizei informiert und berät auch gerne Banken und Sparkassen über geeignete Präventionsmaßnahmen. Nutzen Sie die Fachexpertise unserer Sicherheitsbehörden, wenn es um Prävention geht."

Täter nutzen mehr Festsprengstoff

Die Täter setzten vermehrt Festsprengstoffe ein und weniger Gasgemische, um an das Geld in den Automaten zu kommen. So entstünden noch höhere Sachschäden und es bestehe eine größere Gefährdung für Menschen. Den Angaben zufolge wird Festsprengstoff in Sachsen-Anhalt seit 2021 verwendet. Der Trend scheine sich zu verstetigen: 2021 gab es drei Fälle, 2022 vier Fälle und bis zum 3. Quartal 2023 bereits fünf Fälle. Die Nutzung des Tatmittels Gas sei hingegen rückläufig.

"Auch, wenn Sachsen-Anhalt bislang im bundesweiten Vergleich relativ wenig betroffen war, müssen jetzt geeignete Maßnahmen ergriffen werden", sagte Innenministerin Zieschang. "Es geht darum, einen möglichen Verdrängungseffekt nach Sachsen-Anhalt von vornherein zu unterbinden. Es sollte im Interesse aller sein, weiteren Geldautomatensprengungen schnellstmöglich einen Riegel vorzuschieben."

Bundesweit gab es laut Innenministerium im vergangenen Jahr 494 Fälle von Geldautomatensprengungen, knapp 200 blieben im Versuchsstadium stecken. Im Jahr 2020 seien es 414 Fälle gewesen, 2021 genau 392.

Quelle: dpa

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