Sachsen-AnhaltJugendämter nehmen weniger Kinder in Obhut

Wenn Eltern überfordert sind oder ihre Kinder vernachlässigen, brauchen diese manchmal besonderen Schutz. Dann nimmt das Jugendamt sie in Obhut. Das ist in Sachsen-Anhalt 2025 weniger passiert.
Halle (dpa/sa) - Die Jugendämter in Sachsen-Anhalt haben im vergangenen Jahr 15 Prozent weniger Kinder und Jugendliche in Obhut genommen. Insgesamt waren 1.648 Kinder und Jugendliche betroffen, 291 weniger als 2024, wie das Statistische Landesamt mitteilte.
Der häufigste Grund für eine Inobhutnahme waren laut Statistik Überforderung der Eltern oder eines Elternteils (714 Fälle, 2024: 671), Anzeichen für Vernachlässigung (385 Fälle, 2024: 336) und unbegleitete Einreisen aus dem Ausland (313 Fälle). Letzteres passierte deutlich seltener: 2024 gab es noch 623 Fälle von unbegleiteten Einreisen - daher sinkt die Zahl der Inobhutnahmen insgesamt.
Etwa die Hälfte aller Inobhutnahmen betrafen Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren, gefolgt von Kindern unter 3 Jahren (13,2 Prozent) und zwischen 12 und 14 Jahren (10,3 Prozent), wie es hieß.
Meistens gab demnach das Jugendamt oder der soziale Dienst selbst den Hinweis für eine Inobhutnahme, in 275 Fällen aber meldeten sich die Kinder und Jugendlichen selbst. Im Schnitt dauerte der Schutz den Daten zufolge 64 Tage an, jeder dritte Fall konnte aber in weniger als einer Woche beendet werden.