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Sachsen-AnhaltKrebspatienten in Halle paddeln virtuell durch die Antarktis

07.11.2023, 15:37 Uhr

Halle (dpa/sa) - Krebspatienten können an der Uniklinik in Halle künftig virtuelle Realität im Rahmen ihrer Behandlung nutzen. Wie die Universitätsmedizin Halle am Dienstag mitteilte, werde die Technik seit kurzem in der Bewegungstherapie oder für Entspannung eingesetzt. So könnten Patienten mit Krebserkrankung mithilfe einer speziellen VR-Brille und zwei Controllern unter anderem auf Paddeltour durch die Antarktis oder auf eine Entspannungsreise in die Wüste Gobi gehen. Es handele sich um eine Kombination aus körperlichem Training (Exercise) und virtuellem Spiel (Gaming).

Dieses sogenannte "Exgaming" eigne sich ideal, um physische, psychische und psychosoziale Beeinträchtigungen am Bewegungsapparat zu adressieren, betonte Karl-Stefan Delank, Direktor für Orthopädie- und Unfallchirurgie in Halle. Studien zeigten, dass körperliche Aktivität im Rahmen einer gezielten Bewegungstherapie den allgemeinen Gesundheitszustand der Patientinnen und Patienten verbessere. Die technische Ausstattung wurde nach Angaben der Klinik mithilfe von Spenden des Fördervereins der Universitätsklinik angeschafft. Einige Krankenhäuser, wie etwa das Ordensklinikum in Linz, haben die Technik bereits vor mehreren Jahren genutzt. Mitte Oktober kam eine im britischen Fachmagazin BMJ veröffentlichte Studie zu dem Schluss, dass Behandlungsmethoden mit Virtueller Realität das Potenzial hätten, psychische und physische Konsequenzen einer Krebserkrankung zu verbessern.

Quelle: dpa

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