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Sachsen-Anhalt Landesweites Online-Portal macht freie Theater sichtbarer

Kevin Schulz (l-r) von den Kammerspielen Magdeburg, Maria Gebhardt, Michael Morche vom Verein

(Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa/Archiv)

Freie Künstlerinnen und Künstler leben oft im Schatten der großen, kontinuierlich geförderten Häuser. Nun bekommen sie Unterstützung, für das Publikum und für Kollegen sichtbarer zu werden.

Magdeburg (dpa/sa) - Mit einem neuen landesweiten Online-Portal wollen die freien Theater in Sachsen-Anhalt in ihrer Sichtbarkeit professioneller werden und ihre Reichweite erhöhen. Die Plattform "Theatris" bietet künftig einen landesweiten Spielplan mit Filter- und Suchoptionen. Künstler und Ensembles können sich und ihr Repertoire darstellen. Gastspiele auch außerhalb Sachsen-Anhalts sowie Verflechtungen von Künstlern und Ensembles werden sichtbar, erklärte Maria Gebhardt, Geschäftsführerin des Vereins Landeszentrum Freies Theater Sachsen-Anhalt vor dem Start am Donnerstag.

starte mit etwa 40 bis 50 Profilen und werde stetig erweitert. Die Pflege übernehme das Landeszentrum Freies Theater Sachsen-Anhalt. Das Projekt samt Kampagne wurde mit rund 180.000 Euro vom Ministerium für Infrastruktur und Digitales Sachsen-Anhalt sowie von der Kulturstiftung der Länder gefördert. Landesweit gibt es nach einer Erhebung des Landesverbands rund 85 freie professionelle darstellende Künstler, knapp 80 freie Tanz-, Theater- und Zirkuspädagogen sowie über hundert Amateurtheater, die alle vom Projekt kostenfrei profitieren können.

Mit dem Online-Portal solle den Künstlern Arbeit abgenommen werden, sie seien schließlich für alles selbst verantwortlich von Planungen, Fahren, Aufbau, Spielen, Kontaktpflege bis zu Abrechnungen, sagte Maria Gebhardt. Alle Ressourcen würden zumeist in die Kunst gesteckt mit der Hoffnung auf genug Publikum. "Theatris" ermögliche den Künstlern auch, Kooperationspartner zu finden. Zudem soll es mit dem landesweiten Überblick besser möglich sein, Gastspiele zu organisieren.

Der Starttermin am 1. Dezember sei nicht zufällig gewählt, so Maria Gebhardt. "Wir hoffen, dass wir der Szene einen Push für das Weihnachtsgeschäft mitgeben können." Es handele sich um die einkommensstärkste Zeit des Jahres.

Dass die Zeiten gerade nicht ganz einfach sind, bestätigt Kevin Schulz von den Kammerspielen Magdeburg. Kürzlich feierte er mit "Olvenstedt probiert's" Premiere - die erste Vorstellung sei gut besucht, aber nicht ausverkauft gewesen. "Das gab es noch nie." Es sei kein Fiasko, betont Schulz, aber die Zurückhaltung des Publikums sei spürbar. Es würden weniger Karten länger im Voraus gekauft, die Abendkasse sei stärker geworden. Parallel müsse man steigende Mieten finanzieren, die seien noch fair, aber eben teurer.

In dem neuen Portal sieht Kevin Schulz eine große Chance. "Es ersetzt fast die eigene Website". Und auch Jennifer Krannich, die mit "niedlich&Groß" Theaterstücke für Kinder ab zwei Jahren anbietet, sagt: "Es geht darum, dass man gesehen wird." Sie verteile Kärtchen nach ihren Auftritten in Kitas, Horten und Grundschulen und versuche so, immer wieder gebucht zu werden. Das Portal ist aus Jennifer Krannichs Sicht eine "echt große Chance".

"Theatris" basiert laut Maria Gebhardt auf einem offenen System. "Wir suchen aktiv nach nächsten Partnern, die "Theatris" für sich nutzbar machen wollen. Denn die Freie Szene endet nicht an der Landesgrenze". Noch offene Entwicklungsaufträge könnten dann gemeinsam angegangen werden. Dazu gehöre der bislang noch nicht mögliche Kartenverkauf direkt über die Plattform.

Quelle: dpa

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