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Sachsen-AnhaltNeuer Staatsvertrag: Land setzt Zeichen gegen Antisemitismus

22.04.2026, 18:13 Uhr
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Sachsen-Anhalt setzt mit einem neuen Staatsvertrag ein klares Zeichen gegen Antisemitismus und stärkt die Zusammenarbeit mit der jüdischen Gemeinschaft für die nächsten zehn Jahre.

Magdeburg (dpa/sa) - Der Landtag von Sachsen-Anhalt hat einen neuen Staatsvertrag mit der jüdischen Gemeinschaft beschlossen und damit ein Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt. Wie die Staatskanzlei mitteilte, regelt die Vereinbarung für die kommenden zehn Jahre die Zusammenarbeit zwischen Land und Gemeinden – von Kultur und Bildung bis hin zu Sicherheit und dem Erhalt jüdischen Erbes.

Klare Worte des Ministerpräsidenten

Jüdisches Leben gehöre seit vielen Jahrhunderten zu Sachsen-Anhalt, sagte Ministerpräsident Sven Schulze. "Es prägt unser Land und ist Teil unserer Identität. Umso mehr bewegt es mich, dass Jüdinnen und Juden wieder Anfeindungen erleben." Das sei für den CDU-Politiker inakzeptabel. "Umso klarer ist unser gemeinsamer Auftrag: Wir schützen jüdisches Leben und stärken es aktiv."

Vertrag soll Zusammenarbeit weiterentwickeln

Der novellierte Vertrag entwickelt die seit Jahrzehnten bestehende Kooperation weiter und greift aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen auf. An der Erarbeitung waren mehrere Ressorts beteiligt, darunter die Staatskanzlei sowie die Ministerien für Bildung und Kultur.

Langjährige Vereinbarung mit neuer Perspektive

Der Staatsvertrag zwischen dem Land und der jüdischen Gemeinschaft besteht seit 1994 und wurde zuletzt 2006 grundlegend überarbeitet. Mit der aktuellen Novellierung soll jüdisches Leben im Land weiter gestärkt und geschützt werden. Bereits im Dezember 2025 hatten das Land, der Landesverband jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt und die beteiligten Gemeinden den Änderungsvertrag unterzeichnet.

Quelle: dpa

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