Sachsen-AnhaltNeues Online-Tool soll Schulen bei Handyregeln helfen

Handyverbot? Nicht in Sachsen-Anhalt. Die Schulen bekommen jetzt ein digitales Werkzeug, um gemeinsam mit Schülern, Lehrern und Eltern eigene Regeln zu entwickeln.
Magdeburg (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt sollen Schulen den Umgang mit Handys eigenständig regeln. Ein generelles Verbot halte er für falsch, sagte Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) bei einem Besuch des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Magdeburg. Auch Bildungsminister Jan Riedel (CDU) setzt auf individuelle Lösungen. "Das muss in der Schulgemeinschaft besprochen werden", sagte Riedel.
Eine Handreichung und ein digitales Online-Tool soll Schulen in Sachsen-Anhalt dabei helfen, Regeln zu entwickeln. Die Einrichtungen sollen eigenständig entscheiden, wie private digitale Geräte im Schulalltag eingesetzt werden – abgestimmt auf Schulform, Altersstufe und pädagogisches Konzept. Schule solle zugleich Schutz- als auch Lernraum sein, man müsse hier einen Mittelweg beschreiten, sagte Riedel. "Wir sind nicht auf der absoluten Verbotswelle unterwegs."
Passgenaue Lösungen mit "Regelbaukasten"
Lehrer, Schüler und Eltern sollten auf Augenhöhe miteinander sprechen, betonte der Minister. Mit dem Online-Tool gebe es nun einen digitalen "Regelbaukasten", mit dem passgenaue Lösungen entwickelt werden könnten – von konkreten Vorschlägen bis hin zum Elternbrief.
Das Tool ist vor allem für Schulen ab Klasse 5 gedacht. "In der Grundschule müssen ganz andere Regeln gelten", betonte Riedel.
Handynutzung auch Thema in der Familie Schulze
Mit Schülern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums diskutierten Schulze und Riedel darüber, welche Regeln sinnvoll sein könnten. Die Schüler machten dabei deutlich, dass sie teilweise selbst genervt sind von der starken Handynutzung an der Schule und sich durchaus Beschränkungen vorstellen können.
Ministerpräsident Schulze sagte, über die Handynutzung werde auch in seiner Familie diskutiert. Gleichzeitig betonte Schulze, dass digitale Kompetenz genauso wichtig sei wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Es sei aber nicht ausschließlich Aufgabe der Lehrer, digitale Kompetenz zu vermitteln. Hier seien auch die Eltern gefordert, so der CDU-Politiker.