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Sachsen-AnhaltFDP: Verbeamtung von Lehrkräften abschaffen

04.04.2026, 12:02 Uhr
Sollten-Lehrer-nicht-mehr-verbeamtet-werden-Die-Liberalen-sagen-Ja-Die-Meinungslage-in-den-Bundeslaendern-sieht-anders-aus

Seit Jahrzehnten verbeamtet Sachsen-Anhalt seine Lehrkräfte. Aber muss das so sein? Die Liberalen bevorzugen ein anderes Modell.

Magdeburg (dpa/sa) - Die FDP in Sachsen-Anhalt hält die Verbeamtung von Lehrkräften für überholt. "Sachsen-Anhalt sollte sich aktiv dafür einsetzen, das Personalsystem unserer Schulen zu revolutionieren, indem wir die Verbeamtung gemeinsam mit den anderen Ländern abschaffen", sagte der bildungspolitische Sprecher der Fraktion, Jörg Bernstein. "Schulen dienen dem Bildungserfolg jedes Schülers und jeder Schülerin, nicht der Erfüllung des preußischen Staatsideals." Die freien Schulen in Sachsen-Anhalt zeigten, dass qualitativ hochwertiger Unterricht auch ohne verbeamtete Lehrkräfte organisiert werden könne.

Bernstein argumentierte, der Umstieg in schulische Arbeitsverhältnisse mit leistungsorientierter Bezahlung könnte "echte personelle Eigenverantwortung und Wettbewerb um die besten Unterrichtskonzepte" ermöglichen. Davon profitiere am Ende das gesamte Schulsystem. "Es geht uns um mehr als eine reine Sparmaßnahme", betonte der liberale Abgeordnete.

Anstoß für die jüngste Debatte kam aus Sachsen

Die Debatte um die Verbeamtung von Lehrkräften wurde jüngst durch einen Vorstoß aus Sachsen neu entfacht. Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) kritisierte die Lehrerverbeamtung als "aus der Zeit gefallen" und verwies auf die angespannte Finanzlage sowie die hohen Rückstellungen für die Altersvorsorge der Beamten. Einen Alleingang schloss Clemens aus.

Unterstützung bekam er nicht: In der Bildungsministerkonferenz der Länder stieß Sachsens Vorstoß für ein Ende der Verbeamtung von Lehrkräften Ende März auf Ablehnung. "Eine wirklich überwältigende Mehrheit der Länder sieht keinen Anlass für eine Änderung und hält weiterhin uneingeschränkt an der Verbeamtung der Lehrkräfte fest", hatte es geheißen. Diese sei für die Länder ein zentraler Faktor für Qualität, Stabilität und Attraktivität des Lehrberufs.

Quelle: dpa

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