Sachsen-AnhaltMehr Biber in Sachsen-Anhalt

Wenn der Wasserstand zu niedrig ist, fangen die Nager an Staudämme zu bauen. Das kann zu Überschwemmungen führen. Dass Biber hierzulande leben, hat aber auch Vorteile. Aber welche?
Magdeburg (dpa/sa) - Mit durchsichtigen Augenlidern, sogenannten Nickhäuten, als eingebauter Taucherbrille über den Augen sind auch in Sachsen-Anhalt immer wieder Biber in den Gewässern unterwegs. Nach Angaben des Umweltministeriums ist die Zahl der unter Schutz stehenden Tiere in den vergangenen Jahren hierzulande gestiegen - insgesamt gibt es den Angaben nach derzeit rund 3.600 Tiere in etwa 1.150 Revieren. "Die positive Entwicklung der Biber-Population in Sachsen-Anhalt ist eine Erfolgsgeschichte für den Naturschutz", erklärte Umweltminister Armin Willingmann (SPD).
Wegen langanhaltender Trockenphasen und schon stark besiedelter potenzieller Reviere seien in Sachsen-Anhalt zuletzt allerdings nicht mehr ganz so viele der größten Nagetiere Europas hinzugekommen, hieß es. Die Menschen profitierten aber von mehr Bibern, betonte Willingmann. "Denn durch das Fällen von Gehölzen und ihre baulichen Aktivitäten tragen die Nager auch aktiv zu Artenvielfalt und Wasserrückhalt in der Fläche bei."
Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Tiere fast ausgerottet. Heute leben die meisten von ihnen in Sachsen-Anhalt in der Elbe, entlang von Mulde und Havel sowie im Drömling. Ab Mai beginnt für die Tiere die Nachwuchs-Saison. In dieser Zeit ist es besonders wichtig, dass sie in ihren Revieren nicht gestört werden.