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Sachsen-AnhaltHubschrauber soll Raupenplage im Altmarkkreis eindämmen

10.04.2026, 14:48 Uhr
Ein-Hubschrauber-soll-im-Droemling-befallene-Eichenbestaende-aus-der-Luft-behandeln

Eine der größten befallenen Flächen im Land, Gesundheitsgefahr für Menschen - und ein kurzes Zeitfenster: Im Altmarkkreis soll nun aus der Luft gegen den Eichenprozessionsspinner vorgegangen werden.

Salzwedel (dpa/sa) - Der Eichenprozessionsspinner im Altmarkkreis Salzwedel soll in diesem Frühjahr großflächig aus der Luft bekämpft werden. Geplant sei der Einsatz eines Hubschraubers über Teilen des Biosphärenreservats Drömling und angrenzenden Orten - voraussichtlich Anfang Mai, teilte der Landkreis mit.

Starker Befall in der Region

Hintergrund ist ein besonders starker Befall. "Wir sehen uns mit einer der größten und am stärksten befallenen Flächen Deutschlands konfrontiert", sagte Landrat Steve Kanitz (SPD). Er betonte, alles zu unternehmen, um die Ausbreitung einzudämmen und den Gesundheitsschutz der Bevölkerung sicherzustellen.

Nach Angaben des Landkreises sind rund 750 Hektar Eichenbestände betroffen. Erstmals soll die Bekämpfung auch außerhalb von Wohngebieten erfolgen. Eine Gefährdungsanalyse habe ergeben, dass dies trotz Naturschutzstatus zulässig sei.

Einsatz aus der Luft geplant

Genehmigungen für die Flüge liegen vor, auch Umweltverbände haben zugestimmt. Ein konkreter Einsatzplan mit Flugrouten und Terminen werde derzeit erarbeitet, die Bevölkerung soll dazu noch gesondert informiert werden.

Wie genau die Bekämpfung erfolgt, ließ der Landkreis offen. In vergleichbaren Fällen kommt nach dpa-Informationen in der Regel ein biologischer Wirkstoff zum Einsatz, der gezielt von den Raupen aufgenommen wird und für Menschen sowie andere Wirbeltiere ungefährlich ist. Auch Bienen und andere Insekten sind davon in der Regel nicht betroffen.

Gesundheitsrisiken durch Brennhaare

Der Eichenprozessionsspinner kann für Menschen zur gesundheitlichen Belastung werden. Die Raupen tragen mikroskopisch feine Brennhaare, die stark juckende Hautreaktionen, Augenreizungen und Atemwegsprobleme auslösen können. Auch ohne direkten Kontakt können die Haare über die Luft verbreitet werden. Experten raten daher, die Tiere und ihre Nester nicht zu berühren.

Nur kurzes Zeitfenster für Bekämpfung

Die Bekämpfung aus der Luft ist nur in einem kurzen Zeitraum wirksam - solange die Raupen noch keine Brennhaare entwickelt haben. Später bleibt oft nur das aufwendige Entfernen der Nester durch Spezialfirmen.

Der Eichenprozessionsspinner breitet sich seit Jahren zunehmend aus. Welche Faktoren die Entwicklung der Population steuern, ist laut Fachleuten bislang nicht vollständig geklärt.

Quelle: dpa

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