Sachsen-AnhaltVier Jahre nach Kriegsbeginn: Tausende Ukrainer in Arbeit

In Sachsen-Anhalt finden immer mehr Geflüchtete aus der Ukraine eine Beschäftigung. Angesichts der alternden Bevölkerung setzt das Land auf schnellere Vermittlung und langfristige Perspektiven.
Magdeburg (dpa/sa) - Vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine zeigt die Integration Geflüchteter in den Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt nach Angaben der Landesregierung deutliche Fortschritte. "7.400 Geflüchtete aus der Ukraine sind in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung", sagte Sachsen-Anhalts Integrationsbeauftragte Susi Möbbeck (SPD).
Eine erfolgreiche Arbeitsmarktintegration leiste für ein demografisch gebeuteltes Land wie Sachsen-Anhalt einen entscheidenden Beitrag zur Arbeits- und Fachkräftesicherung. "Ohne die tatkräftige Unterstützung ukrainischer Arbeits- und Fachkräfte sähe es in Kliniken, Betrieben und Restaurants sehr finster aus", betonte Möbbeck.
Demografie verschärft Fachkräftebedarf
Seit Kriegsbeginn seien etwa 36.000 Menschen aus der Ukraine nach Sachsen-Anhalt geflüchtet. Hintergrund der Integrationsbemühungen sind die demografischen Probleme im Land: Für zwei Menschen, die aus dem Erwerbsleben ausscheiden, rückt den Angaben zufolge nur eine Person nach. Bis 2040 könnte Sachsen-Anhalt rund ein Fünftel der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter verlieren. Bereits seit 2018 bleibe die Zahl der Jobs nur dank ausländischer Arbeitskräfte stabil.
Nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gelingt die Arbeitsmarktintegration ukrainischer Geflüchteter schneller als bei anderen Fluchtgruppen. Als Gründe nennt das Land den frühen Zugang zum Arbeitsmarkt sowie zu Integrations- und Sprachkursen und arbeitsmarktpolitischer Förderung.
Land will "Job-Turbo" fortsetzen
Möbbeck betonte, viele Geflüchtete seien inzwischen "längst ein aktiver Teil unserer Gesellschaft". Die Integrationserfolge dürften nicht gefährdet werden. "Im Gegenteil: Wir müssen diese Erfolgsgeschichte fortsetzen." Das Land wolle den sogenannten "Job-Turbo" weiterführen und stärker auf individuelle Begleitung bei der beruflichen Integration setzen, damit Geflüchtete eine nachhaltige Perspektive aufbauen könnten.