Sachsen-AnhaltFriederike von Beyme an der Spitze des Waldbesitzerverbands

Die Folgen des Klimawandels sind in den Wäldern in Sachsen-Anhalt sichtbar. Der Waldbesitzerverband hat konkrete Vorstellungen, wie eine Wiederaufforstung aussehen sollte - und nun eine neue Chefin.
Hundisburg (dpa/sa) - Die Waldbesitzer in Sachsen-Anhalt haben nach 15 Jahren eine neue Spitze. Die Mitglieder des Waldbesitzerverbandes wählten am Samstag einstimmig Friederike von Beyme zur neuen Vorsitzenden. Das teilte die Organisation auf Anfrage mit. Die Forstwirtin löst Franz Prinz zu Salm-Salm ab, der nicht erneut zur Wahl angetreten war.
Von Beyme hat Forstwissenschaften studiert und führt mit ihrem Mann seit 2002 einen Forstbetrieb im Südharz, wo sie auch mit ihrer Familie wohnt. Von Beyme sagte der Deutschen Presse-Agentur, es brauche in den nächsten Jahren Förderinstrumente, die auch die Anpflanzung bisher nicht heimischer Arten zuließen. "Wir brauchen Alternativen." Dies könne beispielsweise die Douglasie sein. Man müsse auf Arten setzen, die angepasster auf den Klimawandel reagierten.
Salm-Salm hatte immer wieder vehement auf die desaströsen Verhältnisse in Sachsen-Anhalts Wäldern hingewiesen. Die Bundesregierung nehme ihre Verantwortung in Bezug auf die Wiederaufforstung der vielen Kahlflächen im Land nicht wahr, betonte er immer wieder. Das Land Sachsen-Anhalt sei "arm wie eine Kirchenmaus" und könne gar nicht die Dimension der Aufforstung stemmen, die viele Flächen dringend benötigten.
Der Verband sprach zuletzt von "wenigstens rund 50.000 Hektar" aufzuforstender Fläche - allein in Sachsen-Anhalt. Bei einem Hektar-Satz bei Mischwald von 10.000 Euro entspreche das einem Gesamtfinanzbedarf von rund 500 Millionen Euro. "Gehen wir davon aus, dass mehr als die Hälfte der aufzuforstenden Flächen im Privat- und Kommunalwald sind, so reden wir hier von einem Mindestbedarf von rund 250 Millionen Euro", führte Salm-Salm Anfang des Jahres aus. Die aktuellen Mittel reichten "hinten und vorne nicht". Das Land hatte 2022 nach Angaben des Forstministeriums rund 3,5 Millionen Euro für die Aufforstung der privaten und kommunalen Wälder beigesteuert.
Der Waldbesitzerverband vertritt nach eigenen Angaben die Interessen der privaten, kommunalen und kirchlichen Waldbesitzer in Sachsen-Anhalt gegenüber Politik, Behörden und Wirtschaft. Er gliedert sich in die drei Regionalgruppen Altmark, Anhalt, Harz und Burgenland.