Sachsen-AnhaltWeihnachtsmarkt-Anschlag: Weitere Gutachten zu Betroffenen

Der Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt kostete sechs Menschen das Leben, mehr als 300 wurden verletzt. Mit der Hilfe von Gutachtern geht das Gericht den psychischen Folgen bei Betroffenen nach.
Magdeburg (dpa/sa) - Im Prozess zum Anschlag auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt lässt sich das Landgericht Magdeburg weitere psychiatrische Gutachten zu Betroffenen vortragen, die nicht direkt körperlich verletzt worden sind. Konkret sollen Sachverständige in den Einzelfällen einschätzen, ob das Erlebte auch zu körperlichen Folgen geführt hat. Dem Landgericht soll das bei der Bewertung helfen, ob die Fälle juristisch als Körperverletzung zu werten sind.
Für eine Reihe von Betroffenen wurden bereits Posttraumatische Belastungsstörungen festgestellt, die sich auch körperlich bemerkbar machten, etwa mit Angst und Panikattacken, Herzrasen, Schlafstörungen oder erhöhter Schreckhaftigkeit.
In der Folge des Anschlags vom 20. Dezember 2024 starben fünf Frauen und ein neunjähriger Junge. Mehr als 300 Menschen wurden teils schwerst verletzt. Laut Anklage der Generalstaatsanwaltschaft Naumburg lenkte der damals 50 Jahre alte Taleb Al-Abdulmohsen einen mehr als zwei Tonnen schweren und 340 PS starken Wagen etwa 350 Meter weit über den Weihnachtsmarkt. Er soll mit bis zu 48 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen sein. Die Anklage wirft Taleb Al-Abdulmohsen unter anderem sechsfachen Mord und versuchten Mord in 338 Fällen vor.