Sachsen-AnhaltWeniger Führerschein-Betrugsversuche in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt ging die Zahl der Führerschein-Betrugsversuche deutlich zurück. Die Tricks werden jedoch immer raffinierter: Mini-Kameras, Ohrhörer und sogar Doppelgänger sind im Einsatz.
Berlin (dpa/sa) - Entgegen dem bundesweiten Anstieg ist die Zahl der Täuschungsversuche bei den theoretischen Führerscheinprüfungen in Sachsen-Anhalt deutlich gesunken. Aufgedeckt wurden 51 Fälle, im Jahr zuvor waren es 82, wie aus Zahlen des Tüv-Verbands hervorgeht.
Die bundesweit meisten Täuschungsversuche wurden in Nordrhein-Westfalen registriert (1.378), gefolgt von Berlin (497) und Bayern (449).
Deutschlandweit wurden 4.239 derartige Betrugsfälle registriert. Damit bleibt der Prüfungsbetrug nach starken Zuwächsen in den Vorjahren ein Problem (2024: 4.198; 2023: 3.759 Fälle).
"Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich der Prüfungsbetrug nach einem starken Anstieg in den Vorjahren auf einem hohen Niveau stabilisiert", sagte Fani Zaneta vom Tüv-Verband. Zugleich gebe es vermutlich ein großes Dunkelfeld, da nur ein Teil der Täuschungen entdeckt werde.
Hightech trifft auf alte Schule
Auffällig ist der Einsatz technischer Hilfsmittel: In mehr als jedem dritten Fall in Deutschland (36 Prozent) kamen den Angaben zufolge etwa Mini-Kameras oder kaum sichtbare Ohrhörer zum Einsatz. Auch Doppelgänger sind keine Seltenheit: In weiteren Fällen legten sogenannte Stellvertreter die Prüfung ab. Insgesamt sei inzwischen gut jeder zweite Betrugsversuch (52 Prozent) professionell organisiert, so der Tüv-Verband.
Oftmals seien weitere Personen involviert, die den Prüfling technisch unterstützen, aus der Ferne Lösungen übermittelten oder sich als Fahrschüler ausgeben würden, sagte Zaneta. Dafür sei auch entsprechendes technisches Know-how notwendig, um bestimmte Betrugsmaschen durchführen zu können.