Regionalnachrichten

SachsenArbeitslosigkeit trotz Rückgang auf Zehn-Jahres-Hoch

30.06.2026, 12:18 Uhr
Die-Arbeitslosigkeit-in-Sachsen-ist-auf-dem-hoechsten-Juni-Stand-seit-zehn-Jahren

Die Zahl der Arbeitslosen ist leicht gesunken, aber auf dem höchsten Juni-Stand seit zehn Jahren. Und für die kommenden Monate rechnen Experten mit einem erneuten Anstieg.

Chemnitz (dpa/sn) - Die Lage an Sachsens Arbeitsmarkt bleibt schwierig. Zwar ist die Arbeitslosigkeit vor den Sommerferien noch einmal leicht gesunken. Für die kommenden Monate rechnet die Bundesagentur für Arbeit aber mit einem erneuten Anstieg - vor allem bei jüngeren Menschen. Das hängt mit dem Ende von Schul- und Berufsausbildung zusammen. "Viele Arbeitgeber sind aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheiten mit Neueinstellungen zurückhaltend und werden wegen der bevorstehenden Ferienzeit erst später spürbar Personal einstellen", erklärte der Chef der Regionaldirektion, Klaus-Peter Hansen.

Höchste Juni-Arbeitslosigkeit seit zehn Jahren

Im Juni waren den Angaben zufolge rund 150.000 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren knapp 1.500 oder 1,0 Prozent weniger als im Mai und 2.800 mehr als vor einem Jahr (+1,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote blieb im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 7,0 Prozent. Das sei für einen Juni der höchste Stand seit zehn Jahren, hieß es. Zuletzt lag die Quote im Juni 2016 höher mit damals 7,2 Prozent, wie die Regionaldirektion mitteilte.

DGB: Grassierende Unsicherheit ist Gift für den Arbeitsmarkt

Die aktuellen Zahlen seien trotz des leichten Rückgangs ernüchternd, konstatierte Ralf Hron, Landesvize des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Sachsen. "Der Arbeitsmarkt wankt und muss dringend weiter stabilisiert werden." Der Jobabbau vor allem im verarbeitenden Gewerbe von 10.300 Beschäftigten binnen eines Jahres sei ein Warnsignal.

Um Beschäftigten und Unternehmen Sicherheit zu geben, brauche es eine verlässliche Wirtschaftspolitik und ein soziales Netz, das trage. "Kürzungen bei der Rente, Pflege oder Gesundheitsleistungen bewirken genau das Gegenteil. Sie treiben die Verunsicherung weiter voran und schaden der Binnennachfrage", erklärte Hron. "Die grassierende Unsicherheit ist Gift für den Arbeitsmarkt."

Arbeitslosigkeit in Chemnitz und Leipzig am höchsten

Laut Regionaldirektion ist die Arbeitslosigkeit im Juni in allen Landkreisen und kreisfreien Städten zurückgegangen - am stärksten im Erzgebirge (-2,8 Prozent), am geringsten in der Stadt Leipzig (-0,1 Prozent). Am höchsten ist sie damit insgesamt in Chemnitz mit einer Quote von 9,7 Prozent und Leipzig (8,8 Prozent), am niedrigsten im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 5,4 Prozent.

Mehr als 32.000 freie Stellen

Die Unternehmen haben im Juni knapp 6.500 freie Stellen neu gemeldet. Damit liegen den Arbeitsagenturen und Jobcentern aktuell fast 32.500 Jobangebote vor, hieß es. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs insgesamt ist allerdings zurückgegangen: Im April waren es nach jüngsten Hochrechnungen 1,61 Millionen Beschäftigte - 18.300 weniger als ein Jahr zuvor (-1,1 Prozent).

Quelle: dpa

Regionales