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SachsenArbeitsmarkt bleibt angespannt - Sorge um Industriejobs

31.03.2026, 12:33 Uhr
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In Sachsen wackeln viele Jobs in der Industrie. Nun drohen neue Risiken durch teure Energie und gestörte Lieferketten. Welche Folgen wird der Konflikt im Nahen Osten für den Arbeitsmarkt haben?

Chemnitz (dpa/sn) - Der Krieg im Nahen Osten schürt neue Risiken für den von Sorgen geplagten sächsischen Arbeitsmarkt. Wie lange der Konflikt dauere und welche Folgen er mittelfristig haben werde, sei noch gar nicht abzusehen, sagte Klaus-Peter Hansen, Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. Für die Wirtschaft seien vor allem die Entwicklungen bei Energiekosten und Lieferketten relevant. "Wenn sich dort die Bedingungen weiter verschlechtern, wird sich das früher oder später auch am Arbeitsmarkt widerspiegeln."

Arbeitslosigkeit im März leicht gesunken

Im März ist die Arbeitslosigkeit in Sachsen leicht zurückgegangen: Rund 155.800 Menschen waren zuletzt ohne Job - knapp 1.800 weniger als im Vormonat, wie die Regionaldirektion berichtete. Das sei vor allem auf Fördermaßnahmen der Arbeitsagenturen und Jobcenter zurückzuführen, hieß es. Die klassische Frühjahrsbelebung sei bisher ausgeblieben, betont Hansen. Die Arbeitslosenquote sank leicht von 7,3 Prozent im Februar auf nun 7,2 Prozent.

Sachsens Wirtschaft zeigt sich in keiner guten Verfassung und baut Tausende Jobs ab, besonders in der Industrie und der Zeitarbeit. Das können auch Zuwächse etwa in Heimen und Sozialwesen sowie im Gesundheitsbereich nicht ausgleichen. Deswegen sinkt die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Im Januar lag sie den Angaben zufolge bei gut 1,6 Millionen Menschen - ein Rückgang binnen Jahresfrist um 1,1 Prozent. Das sei der geringste Stand seit 2020, bemerkte Hansen.

DGB in Sorge: "Industrie ist das Rückgrat der Wirtschaft in Sachsen"

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Sachsen fordert Entlastungen für Beschäftigte und Unternehmen. Vor allem die Entwicklung im verarbeitenden Gewerbe alarmiere. "Die Industrie ist das Rückgrat der Wirtschaft in Sachsen. Sie muss jetzt durch gezielte Maßnahmen wie die Entlastung bei den Energiepreisen gestärkt werden", mahnte Landesvize Ralf Hron.

Dass die Arbeitslosigkeit nicht noch gravierender ausfällt, liegt den Angaben zufolge auch an der Altersstruktur hierzulande. "Die Boomer gehen in Rente, jeden Monat mehr, und es rücken zu wenig junge Menschen nach", erläuterte Hansen. Das entlaste den Arbeitsmarkt in der momentan schwierigen Situation und sorge zugleich dafür, dass weiterhin Fachkräfte gesucht würden. So wurden im März rund 7.100 freie Stellen neu gemeldet. Insgesamt lägen den Arbeitsagenturen und Jobcentern damit gut 31.200 Stellenangebote vor.

Nach Ostern Belebung am Arbeitsmarkt erwartet

Regional ist die Arbeitslosigkeit in Sachsen unterschiedlich stark ausgeprägt. Am günstigsten sei die Arbeitsmarktlage entlang des Elbtals, heißt es. So punkten die Landkreise Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Meißen mit den niedrigsten Quoten von 5,8 Prozent. Sorgenkinder sind dagegen die Städte Leipzig (8,9) und Chemnitz (9,8) sowie der Landkreis Görlitz (9,1).

Nach Ostern rechne er mit einer spürbaren Belebung am Arbeitsmarkt, sagte Hansen. Dann starten viele Außenberufe wieder durch. Angesichts der Unsicherheit gerade auch mit Blick auf den Krieg im Nahen Osten, ist sein Ausblick insgesamt jedoch verhalten. Es wäre schon eine gute Nachricht, wenn die Arbeitslosigkeit bis Sommer bei knapp über 7 Prozent gehalten werden könnte, konstatierte Hansen.

Quelle: dpa

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