SachsenBombenfund in Dresden: Tausende müssen Zentrum verlassen

Die Untersuchung am Dienstag brachte Gewissheit: An der ehemaligen Carolabrücke wurde Munition aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Was müssen die Betroffenen nun wissen - und wo gibt es Informationen?
Dresden (dpa/sn) - Nach dem Fund einer Weltkriegsbombe an der ehemaligen Carolabrücke wird ein Großteil der Dresdner Innenstadt am Morgen evakuiert. 18.000 Menschen müssen bis spätestens 9.00 Uhr den Sperrkreis verlassen, wie die Stadt mitteilte. Eine Notunterkunft steht ab 7.00 Uhr in der Messe Dresden bereit. Dorthin verkehren zusätzliche Busse und Straßenbahnen der Dresdner Verkehrsbetriebe.
Die Untersuchung zweier verdächtiger Gegenstände am Neustädter Elbufer hatte am Dienstag ergeben, dass es sich in einem Fall um eine 250 Kilogramm schwere britische Fliegerbombe mit Zünder handelt. Sie wird entschärft, sobald der Sperrkreis mit einem Radius von 1.000 Metern um die Fundstelle geräumt ist.
Wie kommen Betroffene an Informationen?
Die Bevölkerung werde fortlaufend über den aktuellen Stand informiert, teilte die Stadt mit. Bürgerinnen und Bürger könnten sich über die Internetseite der Stadt informieren. Auch über Warn-Apps und auf den Social-Media-Kanälen der Stadt, der Feuerwehr und der Polizei gebe es Updates.
Zudem sei ein Bürgertelefon für Rückfragen eingerichtet worden. Unter der Nummer 0351 4887 666 können Betroffene am Mittwoch von 7.00 bis 18.00 Uhr anrufen. Auch Menschen, die den Evakuierungsbereich nicht alleine verlassen können und auf Hilfe von Rettungskräften angewiesen sind, sollen sich über das Bürgertelefon melden.
Stadtzentrum liegt zum Großteil im Sperrkreis
Der Bereich um die Fundstelle umfasst große Teile des Dresdner Stadtzentrums: die Altstadt mit Residenzschloss, Semperoper und Frauenkirche sowie die Innere Neustadt südlich des Albertplatzes. Auch die Polizeidirektion, der Landtag, mehrere Ministerien, Alten- und Pflegeheime, Kindertagesstätten und weitere soziale Einrichtungen liegen in dem Gebiet.
Bei den Abrissarbeiten der eingestürzten Brücke gab es im vergangenen Jahr bereits vier Bombenfunde. Im August waren 17.000 Betroffene für eine Entschärfung evakuiert worden.