SachsenDresdner Striezelmarkt fällt wegen Corona-Pandemie aus

Nun also doch: Lange hat der Oberbürgermeister an seinen Plänen festgehalten. Jetzt wurde der traditionelle Striezelmarkt in der Dresdner Altstadt abgesagt. Andere sind schon länger gestrichen.
Dresden (dpa/sn) - Kein Stollenfest, kein Riesenstriezel, kein Glühwein: Der berühmte Dresdner Striezelmarkt fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Das Infektionsgeschehen in Dresden und Umgebung lasse keine andere Entscheidung zu, sagte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) am Freitag. "Da keine Lockerungen der Corona-Verordnungen absehbar sind - ganz im Gegenteil - und frühestens kommende Woche mit einem neuen Fahrplan zu rechnen ist, haben wir keine realistische Option mehr, den Striezelmarkt durchzuführen." Bis zuletzt hatte Hilbert an den Plänen für den 586. Striezelmarkt festgehalten - mit Hygiene- und Besucherkonzept sowie verteilt auf mehrere Orte im Zentrum.
Der Dresdner Striezelmarkt gilt als einer der ältesten Weihnachtsmärkte der Welt. Allein im vergangenen Jahr zog der Markt in der Dresdner Altstadt mehr als zwei Millionen Besucher an. Auch für die Händler, die unter anderem Kunsthandwerk aus dem Erzgebirge verkaufen, spielt der Markt eine große Rolle.
"Viele Händler haben mit uns gemeinsam gehofft und uns unterstützt, dass wir einen Striezelmarkt durchführen", erklärte Robert Franke vom Amt für Wirtschaftsförderung. Die Händler müssten allerdings planen, Ware einkaufen und Personal binden. "Die Risiken werden jetzt für alle viel zu groß." In dieser Woche hätte die Stadt mit dem Aufbau beginnen müssen, um in der ersten Dezemberwoche starten zu können.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) lobte die Entscheidung von Dresdens Oberbürgermeister. "Sie ist schwer, aber sie zeigt Verantwortungsbewusstsein in dieser Zeit." Die Infektionsgefahr sei deutlich größer als man sich habe im Sommer vorstellen können. "Das A & O ist es, dass wir Weihnachten miteinander in Familie feiern können und das es zu jeder Zeit medizinische Kapazitäten gibt, für die Menschen die versorgt werden müssen", so der Regierungschef.
Weil der Striezelmarkt gestrichen wurde, fallen nach Angaben der Stadt auch die beiden für den 6. und 20. Dezember geplanten verkaufsoffenen Sonntage weg. Auch die Städte Leipzig und Zwickau hatten ihre Weihnachtsmärkte aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt.