SachsenElbe, Neiße, Pleiße - Niedrigwasserlage verschärft sich

In Sachsen führen Elbe, Neiße und weitere Flüsse ungewöhnlich wenig Wasser. Eine nachhaltige Entspannung scheint nicht in Sicht.
Leipzig (dpa/sn) - Die anhaltende Trockenheit verschärft die Niedrigwasserlage in Sachsens Flüssen und Bächen. An mehr als der Hälfte (55 Prozent) der 147 ausgewerteten Pegel wurden zuletzt ungewöhnlich geringe Durchflussmengen festgestellt, wie das Landeshochwasserzentrum in einem wöchentlichen Bericht zur Wassersituation mitteilte. Einige Talsperren gaben zuletzt zusätzliches Wasser in die Flüsse ab, um für Entlastung zu sorgen.
Das Niedrigwasser betrifft fast alle größeren Flüsse im Freistaat - die Elbe ebenso wie die Lausitzer Neiße an der Grenze zu Polen, die Freiberger Mulde in Mittelsachsen sowie Pleiße und Parthe im Leipziger Raum.
Eine dauerhafte Entspannung ist derzeit nicht in Sicht. Nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes ziehen zwar am Freitag Schauer und Gewitter auf. Längere ergiebige Regenfälle sind in nächster Zeit jedoch nicht zu erwarten.
Auch bundesweit ist die Lage entlang der Flüsse angespannt. Rhein und Ruhr melden ebenso Niedrigwasser wie die Donau. Der Bodensee fiel im Juli auf einen historischen Tiefstand für diesen Monat.
Talsperren können längere Trockenperioden ausgleichen
Anders als die Flüsse sind die Talsperren in Sachsen recht gut gefüllt, wenn auch mit regionalen Unterschieden. "Im Westerzgebirge und Vogtland haben wir volle Talsperren", berichtete eine Sprecherin der Landestalsperrenverwaltung. Im Osterzgebirge habe es dagegen in den vergangenen Monaten sehr wenig geregnet. Das Talsperrensystem, Klingenberg-Lehnmühle liege deswegen aktuell nur bei 60 Prozent seines Stauziels.
Die Trinkwasserversorgung über die Talsperren laufe uneingeschränkt. "Talsperren sind dafür gebaut, auch längere Trockenperioden ausgleichen zu können. Einige Wochen spielen dabei keine Rolle, eher über mehrere Jahre andauernde Trockenperioden erfordern angepasste Maßnahmen", so die Sprecherin.
Talsperren geben regelmäßig Wasser an den Unterlauf der von ihnen gestauten Flüsse ab, die sogenannte Mindestwasserabgabe. Wegen des Niedrigwassers wurden zuletzt aber zusätzliche Mengen aus den Talsperren Bautzen, Pirk, Pöhl und Quitzdorf genutzt, um Flüsse wie die Spree, die Weiße Elster und den Schwarze Schöps zu entlasten.