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SachsenFlüchtlingsrat startet Spendenkampagne für Beratung

18.06.2026, 10:41 Uhr
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Ohne Beratung drohe Fairness im Asylverfahren zum Glücksfall zu werden, fürchtet der Sächsische Flüchtlingsrat. Warum er jetzt dringend um Spenden bittet – und was für Betroffene auf dem Spiel steht.

Dresden (dpa/sn) - Der Sächsische Flüchtlingsrat (SFR) hat eine Spendenkampagne gestartet, damit Betroffene auch in Zukunft unabhängig beraten werden können. Die Kampagne steht unter dem Motto "Recht braucht Beratung, sonst wird Fairness zum Zufall". "Wer ein Asylverfahren durchlaufen muss, steht vor komplexen rechtlichen Anforderungen. Fehlende Informationen, Sprachbarrieren oder versäumte Fristen können schwerwiegende Folgen haben", erklärte Geschäftsleiterin Angela Müller. Die unabhängige Beratung trage dazu bei, dass Menschen ihre Rechte verstehen und wahrnehmen können.

Bundesinnenministerium erwägt Ende der Finanzierung

Der Flüchtlingsrat erinnerte an Pläne des Bundesinnenministeriums, die Finanzierung der behördenunabhängigen Asylverfahrensberatung ab Januar 2027 einzustellen. Damit stünden zahlreiche Beratungsstellen auf dem Spiel, die Schutzsuchenden den Zugang zu Informationen, Orientierung und rechtlicher Unterstützung im Asylverfahren ermöglichen, hieß es. Beim SFR seien die Beratungsstellen in Dresden und Leipzig betroffen.

Die staatliche Förderung der unabhängigen Asylverfahrensberatung war Ende 2022 von der damaligen Ampel-Koalition beschlossen worden - als Teil eines Gesetzes zur Beschleunigung von Asylverfahren. Die Beratung soll Menschen dabei unterstützen, Verfahrensabläufe zu verstehen, Anhörungen vorzubereiten und ihre Schutzgründe nachvollziehbar darzulegen. Die Union, die heute gemeinsam mit der SPD regiert, hatte die Förderung damals kritisiert. Der Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung sieht vor, die Beratung ergebnisoffen zu evaluieren.

Flüchtlingsrat verweist auf Menschenrechte

Mit der Kampagne ruft der SFR Privatpersonen, Unternehmen und Fördernde auf, den Erhalt der unabhängigen Beratungsarbeit zu unterstützen. Die eingeworbenen Mittel sollen dazu beitragen, die Beratungsstellen des Vereins auch über das Jahr 2026 hinaus aufrechtzuerhalten. "Das Recht, Asyl zu suchen, ist ein Menschenrecht. Damit dieses Recht nicht nur auf dem Papier besteht, braucht es Menschen, die erklären, begleiten und unterstützen", stellte Angela Müller abschließend klar.

Quelle: dpa

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