SachsenFußball-WM - So läuft es mit Public Viewing in Sachsen

Die WM-Länder USA, Kanada und Mexiko liegen in einer anderen Zeitzone. Bei hiesigem Torjubel beim Public Viewing kann es abends spät werden. Wie gehen die Städte in Sachsen damit um?
Dresden/Leipzig (dpa/sn) - In wenigen Tagen wird die Fußball-Weltmeisterschaft angepfiffen. Die deutsche Nationalmannschaft startet am 14. Juni um 19.00 Uhr ins Turnier. In einigen Städten Sachsens können Fans die Spiele unter freiem Himmel verfolgen – auch, wenn es später wird.
So dürfen etwa in Leipzigs Biergärten und Freisitzen Spiele auch nach 22.00 Uhr gezeigt werden. Erforderlich ist aber ein Antrag beim Ordnungsamt. Auch Veranstaltungen auf öffentlichen Plätzen und Straßen müssen angezeigt werden. Bisher sind laut Stadt vier Veranstaltungen von Gastronomen genehmigt. Größere Public-Viewing-Events im Stadtgebiet seien bisher nicht geplant.
Sonderregelung für Public Viewing
Die Weltmeisterschaft findet vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko statt - und somit für Zuschauer in Deutschland oft in der Nacht. Das erste Vorrundenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Curaçao startet immerhin bereits um 19.00 Uhr, die beiden Spiele gegen die Elfenbeinküste und Ecuador starten um 22.00 Uhr.
Wegen der späten Anstoßzeiten hat der Bund eine Sonderregelung für Public Viewing geschaffen, die öffentliche Übertragungen auch über die regulären Ruhezeiten hinaus ermöglicht. Die Entscheidung über konkrete Public-Viewing-Veranstaltungen liegt jedoch bei den kommunalen Behörden.
In Dresden gibt es in der Ballsport-Arena Public-Viewing - allerdings in der Halle. So dürfte es keine Probleme mit dem Lärmschutz geben. Alle ausgewählten Spiele der Nationalmannschaft werden auf einer 32 Quadratmeter großen LED-Wand übertragen. Ein weiteres Public Viewing gibt es auf dem Konzertplatz Weißer Hirsch. Los geht es am Sonntag (14. Juni), wenn Deutschland gegen Curaçao spielt.
Sportevents wichtig für Gastronomen
Jede Veranstaltung werde einzeln geprüft, heißt es von der Landeshauptstadt. Die zuständige Behörde entscheide dann nach sorgfältiger Abwägung, so ein Sprecher - vor allem mit Blick auf Lärm und Ausmaß.
In Chemnitz entsteht nach Angaben der Dehoga Sachsen die nach aktuellem Stand größte WM-Fanmeile am Schlossberg. Mit bis zu 4.000 Gästen pro Spiel, könnte sie zum zentralen Treffpunkt der Fußballfans in Sachsen werden, so Dehoga-Hauptgeschäftsführer Axel Klein. Neben 2.000 Sitzplätzen gibt es zusätzliche Flächen für Decken und Campingstühle. Nach dem Kulturhauptstadtjahr könne in Chemnitz damit ein weiteres Highlight gesetzt werden, so Klein.
Hoffnung auf Euphorie
Auch Sachsens Gastronomen stellen sich auf die Fußball-Weltmeisterschaft ein. Dass grundsätzlich Ausnahmeregelungen möglich sind, bewertet Axel Klein positiv. "Sportevents wie Fußball sind ganz wichtig für uns", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die ersten Deutschland-Spiele seien noch zu einer guten Uhrzeit - die Betriebe hofften daher aufgrund der meist guten Stimmung auf zusätzlichen Umsatz. Klein ist optimistisch, dass sich noch eine Euphorie entwickeln könne - und entsprechend gemeinsam gefeiert werde. "Das wird das Turnier zeigen."
"Nicht jeder kann zu Hause Party machen und feiern", so Klein. Wer Interesse habe, solle den Wirt oder Gastronomen in der Nähe ansprechen, riet der Dehoga-Chef. Bei den späten Spielen allerdings - manche mitten in der Nacht - müsse man sehen, wie groß das Interesse der Fans sei. "Da müssen die Gastronomen kreativ werden", so Klein. Er könne sich etwa vorstellen, dass im Hotel ein Weckdienst angeboten werde für Übertragung der Spiele in der Lounge. Zudem hat die Dehoga Sonderkonditionen für die Hotel- und Gastronomie bei der GEMA ausgehandelt und ein Merkblatt mit allen rechtlichen Fragen erstellt.