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SachsenGrüne für Stärkung der Suchthilfe und Prävention

18.07.2026, 13:27 Uhr
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Am 21. Juli wird in Deutschland an Menschen erinnert, die den Konsum von Drogen nicht überlebten. Die Grünen nehmen das Datum zum Anlass, um eine andere Drogenpolitik einzufordern.

Dresden (dpa/sn) - 26 Menschen sind im vergangenen Jahr in Sachsen an den Folgen von Drogenkonsum gestorben - 22 Männer und vier Frauen. Das geht aus einer Antwort des Sozialministeriums auf eine Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Christin Melcher (Bündnis 90/Die Grünen) hervor.

Vier Opfer waren in der Altersgruppe von 18 bis 21 Jahren. In 15 Fällen starben Betroffene infolge von Mischkonsum - sie hatten mehrere Substanzen konsumiert. Von 2020 bis 2025 stellte der Konsum von Heroin in Verbindung mit anderen Rauschmitteln die häufigste Todesursache dar - insgesamt 21 Fälle.

Grüne: Drogenpolitik soll schützen, statt stigmatisieren

Die Grünen nahmen die Zahlen zum Anlass, um eine andere Drogenpolitik zu fordern - eine Politik, die schütze statt stigmatisiere. Mit Blick auf den nationalen Gedenktag für Drogentote am kommenden Dienstag (21. Juli) sprechen sie sich für eine Stärkung der Suchthilfe und Prävention sowie für Schadensminderung und Frühwarnstrukturen im Freistaat aus.

"Hinter jedem drogenbedingten Todesfall steckt ein Mensch mit einer eigenen Geschichte, Angehörigen und Freundinnen und Freunden. Jeder einzelne Todesfall ist einer zu viel. Wir müssen mehr dafür tun, dass Menschen frühzeitig Hilfe bekommen", betonte Melcher.

Mischkonsum von Drogen besonders riskant

"Das Risiko geht immer häufiger nicht von einer einzelnen Substanz, sondern von gefährlichem Mischkonsum aus", sagte sie. 2025 seien vier Todesfälle durch Fentanyl gemeldet worden - so viele wie in den fünf Jahren zuvor zusammen.

Erstmals habe man zudem einen Todesfall im Zusammenhang mit Nitazenen festgestellt, dabei handelt es sich um Opioide. "Das sind unübersehbare Warnsignale. Die Drogen- und Suchtpolitik des Freistaates muss mit diesen Entwicklungen Schritt halten."

Erkenntnisse über Drogen münden nicht schnell genug in Schutz

"Sachsen hat wichtige Erkenntnisse aus Suchthilfe, Gesundheitswesen, Polizei, Rechtsmedizin und Kommunen. Aber dieses Wissen wird noch nicht konsequent genug zusammengeführt und schnell genug in Schutzmaßnahmen übersetzt", so Melcher. Wer Risiken erst erkenne, wenn Menschen sterben, handele zu spät. "Wir brauchen wirksame Frühwarnstrukturen, die gefährliche Entwicklungen früh erkennen und Prävention, Suchthilfe und Schadensminderung rechtzeitig darauf ausrichten."

Suchthilfe braucht dauerhafte Finanzierung

Melcher zufolge leistet die Suchthilfe in Sachsen jeden Tag unverzichtbare Arbeit. "Sie ist für viele Menschen der Ort, an dem Hilfe beginnt. Sie begleitet Menschen in schwersten Krisen, unterstützt Angehörige und schafft Wege zurück zu Stabilität und Teilhabe. Suchthilfe verdient eine dauerhafte und krisenfeste Aufstellung - mit verlässlicher Finanzierung, ausreichend Fachkräften und niedrigschwelligen Angeboten vor Ort."

Quelle: dpa

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